Alle unter Umweltschutz verschlagworteten Beiträge

Schenken wir unseren Kindern zu viel?

Kinder besitzen in ihren jungen Jahren bereits zu viel und haben eine unheimliche Erwartungshaltung an Geschenke entwickelt. Über dieses Zuviel sollte man nachdenken – der Fähigkeit zur Wertschätzung zuliebe, den Nerven der Eltern und nicht zuletzt unserer Umwelt zuliebe. Weihnachten, das Fest der Besinnlichkeit, der Familie und Liebe, das Fest des Schenkens, ist einmal mehr vorüber. Der letzte Rest an Weihnachtsstimmung wurde bei einem Gang in den Müllraum unseres Hauses abrupt getrübt. Die Restmüll- und Altpapiertonnen waren seit dem 24. Dezember übergequollen. Selbst neben ihnen türmten sich noch unzählige Barbie-, Brio-, Lego-, Spielzeugklavier- und Smoothieblenderkartons, eingeschlichtet in Versandkartons großer Online-Versandhändler. Glitzernde Geschenkverpackungen wurden in schwarze Plastikmüllsäcke gestopft, die wiederum neben dem Ausgang platziert. Gerade an den Weihnachtstagen wird deutlich, welch große Mengen an Müll wir produzieren. Allein in Deutschland fielen 2013 pro Kopf 617 kg Müll an, ganze 212,5 kg davon waren Verpackungsmüll. „2003 waren es noch 187,5 kg“, kann man in „Fair für alle! Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur ‚bio‘“ nachlesen. „Den deutlichen Anstieg […] führen Expertinnen und Experten auf verschiedene Gründe zurück: …

Gutes für Weihnachten aus dem hohen Norden

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher, inspirierende Spiele und schöne Dinge für den täglichen Gebrauch – diesmal aus dem hohen Norden – ausgewählt. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert. 1 // Abenteuer im Eismeer Der fürchterliche Pirat Weißhaupt raubt Kinder und zwingt sie, in einem Stollen tief unter der Erde nach Diamanten zu hacken. Niemand wagt es, nach den vermissten Kindern zu suchen, und alle sagen, dass keiner lange in dem Bergwerk überleben kann. Als die kleine Miki entführt wird, ist Weißhaupt jedoch mit ernsthaftem Widerstand der großen Schwester Siri konfrontiert. Das mutige Mädchen möchte Miki nach Hause holen und gibt trotz vieler Hindernisse nicht so schnell auf. Eine fantastische, atemberaubende und umfangreiche Abenteuergeschichte der schwedischen Autorin Frida Nilsson – für Leser jeden Alters. „Siri und die Eismeerpiraten“ von Frida Nilsson (Gerstenberg), 376 S., ab 10 Jahren. Gedruckt in Deutschland …

© Irene Maria Gruber

Kinderbücher mit neuen Geschichten für den Herbst

Herbstliche Wälder und Gärten bieten viel Stoff für die Kinderliteratur: Hier stößt man auf verirrte Haustiere, selbstbewusste Hasenkinder, gastfreundliche Rehe, ordnungsliebende Dachse, gar nicht so furchterregende Riesen, auf seltsame Schwarzmäntler und Mooskinder, fremde Dinge aus dem Meer oder einfach nur auf etwas unbekanntes Schwarzes. Und wer hat nicht auch schon einmal wie die Geschwister Finn und Frieda davon geträumt, die kühlere Jahreszeit aufhalten zu können? Neun wundervolle neue Geschichten für Kinder und jung gebliebene Erwachsene.

Summ, summ, summ

Bücher über Bienen gibt es zuhauf, und nach dem eindrucksvollen und umfangreichen Kindersachbuch „Bienen“ von Piotr Socha (das hier für BIORAMA vorgestellt wurde) konnte kaum Besseres nachkommen. Anderes jedoch schon: Unter den fünf ausgewählten Titeln ist jedenfalls etwas für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren dabei. Im Rahmen der Meyers Kinderbibliothek wird kindgerecht aufbereitetes Sachwissen geboten, ein Buch aus dem Arena Verlag erzählt eine fantasievolle Geschichte über die Freundschaft eines Mädchens und einer Biene. Ein von Britta Teckentrup wunderbar illustriertes Bilderbuch, das zeigt, wie Leben und Blumen entstehen, ist ebenso darunter wie ein aus dem Schwedischen übersetztes Büchlein über Hummeln und ein äußerst spannender Umweltkrimi für Kinder.

Alles Müll!

Jede Woche zur gleichen Zeit hält die Müllabfuhr direkt unter unserem Wohnzimmerfenster, und die Container unseres Hauses werden entleert. Woche für Woche klebt mein kleiner Sohn frühmorgens an der Scheibe, um den Müllmännern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Wenn wir auf der Straße irgendwo ein Müllauto wittern, müssen wir sofort in die erste Reihe und zusehen – egal, was wir vorhatten. Freilich faszinieren meinen Sohn in erster Linie die großen Lastwägen und die wummernden Geräusche, wenn die Container „ausgeschüttelt“ werden. Irgendwann wird aber vielleicht auch interessant, wo das Müllauto unsere Abfälle hintransportiert, und was dann damit geschieht. Warum die Tonnen, die wir befüllen, unterschiedlich aussehen und aus welchen Gründen wir Müll trennen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder achtsam mit der Umwelt umgehen, dann ist die Müllabfuhr doch ein ziemlich nahe liegender, erster Anknüpfungspunkt. Und mit diesen Kinderbüchern öffnen sich möglicherweise neue Themenfelder, die von Kindern mit Erwachsenen diskutiert werden wollen. Vorgestellt werden auch zwei Bastelbücher, in denen vielleicht bereits Weggeworfenes zu neuen, schönen Dingen verarbeitet wird. Eine beachtenswerte Geschichte zum Problem Plastikmüll in den Ozeanen …

Wolf Harranth – Da ist eine wunderschöne Wiese

Mein älterer Bruder bekam vor knapp dreißig Jahren ein grasgrünes Bilderbuch von meinen Eltern geschenkt. Auf dem Cover streckte ein pummeliger Mann mit rot gelocktem Haar und getupfter Latzhose seine Arme aus, als wolle er jemanden umarmen. Ich konnte das Gesicht des Mannes nicht vergessen. Und irgendwann stand dieses Buch dann in meinem Bücherregal und ich blätterte es selbst immer wieder durch, schaute mir die Bilder genau an und dachte über diese grüne Wiese nach. Es ist eines der Bücher, welches mir immer wieder in die Hände rutscht und mich auf seltsame Weise durch mein Leben begleitet: „Da ist eine wunderschöne Wiese“ des österreichischen Autors Wolf Harranth. Als ich diese Rezension plante, erfuhr ich, dass dieses Kinderbuch in bekannter Ausgabe heuer sein 30jähriges Jubiläum feiert – es wird zurecht immer wieder neu aufgelegt, da das Thema nach wie vor höchst aktuell ist. „Keine Autos und keine Straßen!“, sagt Herr Timtim. „Keine grauen Häuser und keine stinkenden Fabriken.“ „Nein“, sagen auch die anderen Stadtleute. „Hier ist nichts als Wiese. Und dabei soll es bleiben.“ Eine Idylle …