Alle Beiträge, die unter Illustratoren & Autoren gespeichert wurden

Street Art meets Illustration – Kinderbuch-Illustrator Dawid Ryski im Portrait

Über den Lauf der Jahreszeiten sind schon viele Kinderbücher geschrieben worden. Dawid Ryskis „Durch die Jahreszeiten“ gehört zu den etwas anderen, künstlerisch wertvollen, die eingehender betrachtet werden wollen. Eine Familie mit zwei Kindern und Hund macht sich mit Langlaufschiern, Snowboard und Schlitten auf den Weg: „Eine weiße Decke liegt über der Stadt. Eisblumen blühen am Fenster. Wir hinterlassen Spuren im Schnee und es knirscht und knackt unter den Füßen.“ Wie treffend diese wenigen Worte einen kalten Wintertag beschreiben! „Voller Erde und mit Grasflecken auf der Hose kommen wir nach Hause“, ist ein Satz für den Frühling, der hängen bleibt. „Endlich können wir kurze T-Shirts tragen“, beschreibt die Rückkehr des Sommers, und dann ist der Herbst da: „Am Boden sammeln sich Blätterhaufen, in die wir hineinspringen“. Schließlich, am Ende des Jahres, sitzt die Familie vor dem Kamin: „Wir erzählen uns Geschichten, wahre und erfundene, und überlegen, was uns das neue Jahr bringen wird.“ Diese wie auch die weiteren Textpassagen sind zwar recht nüchterne Beschreibungen, sie schaffen es aber auf wundersame Weise, Erinnerungen an eigene Erlebnisse hervorzurufen. …

Pei-Yu Chang – Walter Benjamin für Kinder

Wer war Walter Benjamin? Ein deutscher Philosoph, Kulturkritiker und Übersetzer – und ein Mann, der auf seiner mühevollen Flucht vor den Nationalsozialisten einen geheimnisvollen Koffer mit sich trug. Die in Münster arbeitende Pei-Yu Chang hat mit ihrem Kinderbuch über Walter Benjamin ein beachtenswertes Kunstwerk für kleine Leser geschaffen.

Eva Sixt – Eichhörnchenkunde für Kinder

Als die studierte Biologin Eva Sixt vor mehreren Jahren ein aus einem Kobel gefallenes Eichhörnchen fand, nahm sie es mit nach Hause und zog es selbst groß. Ihre Erfahrungen mit dem Nagetier veranlasste die heute als Lektorin und Illustratorin tätige Sixt, „Das Eichhörnchenjahr“, ein Sachbilderbuch für Kinder, zu schreiben und zu illustrieren. Erschienen ist das in Wort und Bild detailreiche Werk im Schweizer Atlantis Verlag. Mit Irene Maria Gruber spricht die Autorin über die Pflege von Findlingen, über die Notwendigkeit, fachkundige Hilfe einzuholen und die vielfältigen Erlebnisse mit ihrem Eichhörnchen.

Einen Vogel hat, wer die Wunder nicht schaut

Zwei Brüder, der eine fast unerträglich glücklich, der andere schrecklich schlecht gelaunt. Zwei Raben, die unterschiedlicher nicht sein könnten, müssen „Rabenduft“ schnuppern, um die Schönheit der Welt zu erkennen. Während der eine nicht das geringste Problem damit hat, muss der andere erst das ganze wirre Zeug im Kopf loswerden und seinen Grant überwinden. Wie schafft man das, wenn man kein Rabe ist? Das und einiges mehr haben wir den Illustrator Thomas Kriebaum gefragt.

Ein Schnurrbart erobert die Welt

In Zeiten, in denen es in Mode ist, Barthaare sprießen und zu gepflegten Kunstwerken heranwachsen zu lassen, sprießen folglich auch die Barbershops. Es bedarf keiner umständlichen Recherche mehr, um an die notwendigen Bartpflegeprodukte zu gelangen. Und selbst Diven, die den Songcontest gewinnen, tragen Vollbart. Wen wundert es da noch, dass ein Kinderbuch über Bärte geschrieben wird? Diese famose Idee hatte das Duo Sarah Michaela Orlovský und Michael Roher. Die Autorin und der Illustrator hatten erst im Vorjahr die lesenswerte Geschichte „Valentin, der Urlaubsheld“ vorgelegt, mit der sie den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2015 gewinnen konnten (und die unter den Büchern für den letztjährigen Sommer gelistet war). Nun erscheint im Picus Verlag der zweite Kinderroman der beiden, der den fulminanten Titel „Ein Schnurrbart erobert die Welt“ trägt. Und diese Geschichte ist nicht minder spektakulär. Der Erzähltext und die Illustrationen harmonieren wiederum, sie ergeben ein stimmiges Ganzes und zeigen, dass Orlovský und Roher an einem Strang ziehen. Hübsche Tiegel und Flakons mit speziellen Wässerchen stehen da plötzlich in Opas Badezimmer, seitdem er beschlossen hat, die Bartweltmeisterschaft zu …

Britta Teckentrup – Bücher für Kinder und das Kind in uns

Britta Teckentrup ist Illustratorin, Autorin und freie Künstlerin. Geboren wurde sie 1969 in Hamburg, in London studierte sie Kunst und Illustration am Saint Martins College und dem Royal College of Art. Heute lebt sie mit ihrem Mann, Sohn und Katze in Berlin. Sie hat über fünfzig Bilderbücher veröffentlicht, die in mehr als zwanzig Ländern erschienen und mehrfach ausgezeichnet worden sind. In einem Interview, das Irene Maria Gruber mit Britta Teckentrup geführt hat, sprach die Künstlerin über ihre erfolgreiche Arbeit. Britta Teckentrups Einstieg in die Kinderbuchbranche verlief in mehreren Schritten: „Bei meiner Abschlussausstellung im Jahr 1992 kam ein Kinderbuchverlag auf mich zu und bot mir einen Vertrag an. Daraufhin entstanden meine ersten vier Bilderbücher. Damals sah ich mich allerdings noch gar nicht als Bilderbuchautorin oder Illustratorin und habe erst einmal einen Master in freier Kunst gemacht.“ Die Bilderbücher habe sie in dieser Zeit vernachlässigt, erst 2006 wandte sich Teckentrup wieder diesem Medium zu: „Der Verlag scheint da schon sehr früh etwas erkannt zu haben, für das ich etwas länger brauchte.“ Seitdem ist sie von der „scheinbaren …

Friedenspreisträger Navid Kermani schreibt für Kinder

2015 geht der Friedenspreis des deutschen Buchhandels an den deutschen Orientalisten, Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani. Im Picus Verlag ist Kermanis erstes Kinderbuch „Ayda, Bär und Hase“ erschienen, das sich gut zum Vorlesen eignet. Es ist eine wunderbare Geschichte über Freundschaften, die über Vorurteile, kulturelle Verschiedenheiten und Ausgrenzung hinweg bestehen. Tak-o-tanhâ? Das Leben ist doch bis zum Himmel schön!

Guido van Genechten – Papas mit ihren Kindern

Erfreulicherweise ist es für immer mehr Väter selbstverständlich, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, und es sollte sich auch dementsprechend in der Kinderliteratur niederschlagen. Der belgische Autor Guido van Genechten hat mit „Papas mit ihren Kindern“ ein künstlerisch wertvolles Pappbilderbuch vorgelegt, das zeigen soll, dass Papas gar nicht so andere Dinge mit ihren Kindern unternehmen wie Mamas. Beim gemeinsamen Bilderbuchbetrachten heißt es ausdauernd und kreativ sein… Sprachförderung ist das Zauberwort der Stunde! Auf zehn verschiedene Tierpapas mit ihren Kindern trifft man in diesem Buch. Es sind Tiere aus der näheren Umgebung wie Frosch, Vogel oder Raupe, aber auch solche, die Kinder nur aus dem Zoo kennen: Seehund, Krokodil und Nashorn. Nur der Text lässt erkennen, dass es sich um Papas und nicht um Mamas handelt, die Tiere selbst weisen keine geschlechterspezifischen Merkmale auf. Der Text ist nur Beschreibung dessen, was zu sehen ist: „Papa Eule mit seinem Eulenküken“ oder „Papa Igel mit seinem Igelchen“. Die Bezeichnungen der Kinder sind allesamt Verkleinerungsformen, die den Kindern eventuell noch nicht geläufig sind – hier setzt die Sprachförderung an, …