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Die besten Zimtkringel – und einige Gedanken über „Hygge“ und „Lagom“

Es ist Sonntag und wir haben einen ruhigen Tag ohne Termine vor uns, draußen rieselt endlich der Schnee. Diese kleinen Kunstwerke aus Hefeteig für die Nachmittagsjause sind ohne viel Aufwand herzustellen, und die Wartezeit lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Die Kleinen sind glücklich, das Haus verwandelt sich in eine duftende Bäckerei und das Beste daran: Man kann die Zimtkringel problemlos für Tage, an denen weniger Zeit zum Backen ist, einfrieren! Das Rezept habe ich auf dem Blog der Norwegerin Trine Sandberg gefunden und wurde von mir leicht abgewandelt.

© Irene Maria Gruber


Zimtkringel (Kanelsnurrer)

Die Menge an Teig reicht für etwa 24 Stück.

Zutaten für den Teig: 950 g Weizenmehl, 500 ml Milch, 25 g frische Hefe, 70 g Rohrohrzucker, 1 TL geriebener Kardamom, 1 Prise Salz, 1 Ei, 150 g zimmerwarme Butter (in Stücken)
Für die Fülle: Rohrohrzucker, Zimt, 100 g geschmolzene Butter, ev. geriebene Hasel- oder Walnüsse
Vor dem Backen: 1 verquirltes Ei, Hagelzucker

Alle Zutaten für den Teig in eine Rührschüssel geben (es ist nicht nötig, die Hefe aufzulösen, es genügt, sie zu zerbröseln) und mit dem Knethaken der Küchenmaschine etwa 15 Minuten lang kneten. Wenn der Teig zu klebrig ist, etwas Mehl hinzufügen. Die Teigkugel mit einem Küchentuch abdecken und mindestens 1 Stunde lang gehen lassen.

Den Teig halbieren und jede Hälfte auf einer bemehlten Unterlage rechteckig – mit einer Seitenlänge von etwa 60 cm – ausrollen. Auf der einen Hälfte geschmolzene Butter aufstreichen, Zucker und Zimt (und ev. geriebene Nüsse) daraufstreuen.

Die zweite Hälfte des Hefeteiges auf die erste legen. Dann das Quadrat in 12 Streifen schneiden und jeden Streifen halbieren. Jeder Streifen wird nun eingedreht und zu einem Knoten geformt. Wie das geht, kann man in diesem Beitrag auf Trines Matblogg sehen. Die Zimtkringel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und unter einem Küchentuch noch etwa 30 Minuten gehen lassen. Dann mit Ei bepinseln und Hagelzucker daraufstreuen. Hierbei helfen sogar die allerkleinsten Hände schon gerne!

Die Zimtkringel bei 225°C Ober-Unterhitze 10 bis 15 Minuten lang backen, bis sie goldbraun sind. Die Kringel, die man nicht sofort nach dem Auskühlen gegessen hat, sollten alsbald eingefroren werden. Bei Bedarf können sie dann aus der Tiefkühltruhe genommen und nach dem Auftauen bei 175 °C Heißluft 4 Minuten aufgebacken werden. Die Zimtkringel schmecken dann wie frisch!


© Irene Maria Gruber

Und während die Kinder und die Nachbarsmädchen die leckeren Zimtkringel verspeisen, muss ich an die Schlagworte „Hygge“ und „Lagom“ denken. Hinter den Wörtern aus dem Dänischen und Schwedischen, die in Skandinavien seit Jahrhunderten Bedeutungen tragen, verstecken sich mittlerweile auch angesagte Lifestyle-Trends, denen man seit ein paar Jahren überall auf der Welt begegnet. Während „Hygge“ von „Kunst der Innigkeit“ über „Gemütlichkeit der Seele“ und „Abwesenheit jeglicher Störfaktoren“ bis hin zu „Freude an der Gegenwart beruhigender Dinge, gemütliches Beisammensein“ vieles bedeutet, wird „Lagom“ mit „genau im richtigen Maß“ oder „alles in Maßen“ übersetzt.

© Irene Maria Gruber

„Es geht darum, sich mehr am Allgemeinwohl und weniger am individuellen Wohl auszurichten – es geht um den Gedanken, dass wir als einzelne Menschen nur gedeihen, wenn die Gesellschaft gedeiht. Diese Philosophie betrifft alle Lebensbereiche von der Arbeit bis zur Umwelt. In unserer täglichen Routine entscheiden wir, was wir essen, was wir tragen, wie wir leben und wie wir arbeiten. Wenn es uns gelingt, Aspekt von lagom hier einzubringen [sic], dann könnte genau das der Trick sein, um einen ausgewogeneren und nachhaltigeren lebensstil anzunehmen, der die Freuden des Lebens höher bewertet als die des Konsums“, schreibt Anna Brones in „Lagom. Das Geheimnis des schwedischen Lebensglücks“. Das klingt alles ganz wunderbar, fast zu schön, um wahr zu sein, und auch die zahlreichen reich bebilderten Bücher und Magazine, die zu diesen beiden Zauberformeln für ein glückliches Leben in Balance erschienen sind, zeigen eine skandinavische Idylle, die selbstverständlich gefällt. Aber genau das lässt Zweifel aufkommen. Nicht alle Probleme sind ganz schnell vom Tisch, wenn wir uns plötzlich wie Skandinavier fühlen, hyggelige Wollsocken anziehen, Kerzen anzünden und lagom in Work-Life-Balance leben. „In der Intimität der „Hygge“ wird das Fremde schnell zur Bedrohung“, erklärt „Hygge“-Experte Jeppe Trolle Linnet in der Frankfurter Rundschau. „In der Hygge kann eine Wirklichkeitsflucht mitschwingen. À la: Die Welt ist kalt und böse, aber wir sitzen drinnen und trinken warmen Kakao.“

„Lagom. Das Geheimnis des schwedischen Lebensglücks“ von Anna Brones (Busse Seewald), 224 S.. Gedruckt in Italien auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Irene Maria Gruber

Apropos Kakao: In keinem der drei Bücher zu den Themen „Hygge“ und „Lagom“, die ich in meinem Regal stehen habe, mangelt es an Rezepten. Natürlich, denn Essen kann ja tatsächlich glücklich machen, das merken wir an diesem Zimtschneckennachmittag. Die Dänen und Schweden legen übrigens nicht nur ein Mal am Tag eine bewusste Pause ein, die sie „fika“ nennen und mit Kaffee und Süßem zelebrieren. Zimtschnecken, in Schweden „Kanelbullar“ genannt, werden besonders gern gegessen. „Kein anderes Gebäck ist in der Kaffeepause so beliebt wie die mit Zimt gewürzte Hefeschnecke, die hier noch mit einem Hauch Kardamom aromatisiert wurde. Denkt man an den anheimelnd wüzigen Duft, der durchs Haus zieht, wenn die Zimtschnecken im Ofen backen, kann man die innige Beziehung der Schweden zu Zimt verstehen“, frohlockt Linnea Dunne in „Lagom. Glücklich leben in Balance“ als Einleitung ihres Rezepts für Kanelbullar. Und auch im Buch „Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“ des Dänen Meik Wiking zieren Kanelsnegl“ das Titelbild des Kapitels mit hyggeligen Rezepten.

„Lagom. Glücklich leben in Balance“ von Linnea Dunne (Callwey), 160 S.. Gedruckt in Italien auf holzfreiem Papier.

„Hygge. Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“ von Meik Wiking (Lübbe), 288 S.. Gedruckt in Deutschland (Appel & Klinger, Schneckenlohe) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Irene Maria Gruber

Zimtkringelessen an sich ist nicht böse, nein. Unser wohliges Gefühl bei der gemeinsamen Kaffeejause mit Kindern schon gar nicht. Und es ist für mich auch sehr leicht nachvollziehbar, dass man sich den einen oder anderen Aspekt eines minimalistischen und praktischen skandinavischen Lebens- und auch Wohnstils abschauen möchte. Das mache ich auch! Aber ich spüre bei der Lektüre der Bücher und meiner Recherche, was geschehen kann, wenn „Hygge“ und „Lagom“ als Vorwand benützt werden, um sich einen kuscheligen, sicheren Hafen einzurichten. Fast biedermeierlich mutet dieser Rückzug in die eigenen vier Wände an. Vor lauter Wohligkeit läuft man vielleicht Gefahr, komplexere Sachverhalte zu verdrängen, Konflikte zu scheuen, sich von der Außenwelt abzukapseln. Die Ereignisse draußen in der großen, weiten Welt auszublenden, weil es unangenehm wäre, darüber nachzudenken. Die dänische Schriftstellerin und Makroökonomin Janne Teller fordert in ihrem Gastbeitrag für die Hannoversche Allgemeine gar das Ende des Einigelns und ortet im Rückzug in die Gemütlichkeit eine Form von Eskapismus, der andere ausgrenzt: „Wir müssen uns der Hygge-Decken entledigen und rausgehen. Wir müssen politische Lösungen für die Konflikte auf der ganzen Welt einfordern. Und wir müssen uns damit abfinden, dass das Streben nach Einkommensgerechtigkeit, der Bewahrung unseres Lebensraumes und der Sicherheit unserer Mitmenschen das Wachsen unseres eigenen Komforts verlangsamen könnte. Wir müssen jene willkommen heißen, die verzweifelt an unseren Küsten Zuflucht suchen, und einsehen, dass wir Menschen aufeinander angewiesen sind. Nur wenn der sichere Hafen wirklich für alle offen ist, wird unser eigenes Hygge kein Raum für Eskapismus und Exklusivität sein, sondern eine wahre Energiequelle für die Verbesserung unserer geteilten Zukunft.“

Kinderbuch-Tipp – Vom Büblein auf dem Eis

Ein alter Text in neuem Gewand: Friedrich Güll (1812-1879) arbeitete als Privatlehrer in Bayern. Sein warnendes Kindergedicht „Das Büblein auf dem Eise“ wurde vom deutschen Illustrator Frank Wowra modern illustriert und im kleinen, feinen Kinderbuchverlag Eulenspiegel als Pappbilderbuch, das im Format an alte Zeiten erinnert, herausgegeben.

© Güll/Wowra: Vom Büblein auf dem Eis, Eulenspiegel 2016.

„Vom Büblein auf dem Eis“ erzählt von einem Jungen, der an einem Wintertag am Weiher steht und ausprobieren möchte, ob das dünne Eis schon trägt. Leichtgläubig stampft und hackt er mit seinen Schuhen auf der Eisdecke herum, bis sie bricht. „Das Büblein platscht und krabbelt als wie ein Krebs und zappelt mit Schrein.“ Der Bub bekommt es mit der Angst zu tun und schreit um Hilfe. Da kommt im letzten Moment glücklicherweise ein Mann herbei und zieht das Büblein heraus, „vom Fuße bis zum Kopfe wie eine Wassermaus“. Zu Hause warten Vater und Mutter, erschrocken und im ersten Moment sehr aufgebracht: „Das Büblein hat getropfet, der Vater hat’s geklopfet zu Haus.“ Dieses ambivalente Ende lässt einen kurz stocken und birgt Diskussionspotential.

© Güll/Wowra: Vom Büblein auf dem Eis, Eulenspiegel 2016.

Wie reagieren Eltern, wenn ihre leichtsinnigen Kleinen knapp am Tod vorbeigeschrammt sind? Hätte das Kind nicht schon wissen müssen, dass ein zugefrorener See Gefahren birgt? Die Eltern sind jedenfalls fassungslos, und dem Vater kommt die Hand aus. Wir erfahren in Gülls Gedicht, in dem der didaktische Zeigefinger erhoben wird, leider nicht, ob die Erwachsenen ihr Kind schließlich tröstend in die Arme nehmen können. Nach der Lektüre wird es daher wichtig sein, mit den Kleinen gemeinsam zu überlegen, wie man in solchen Situationen Ruhe bewahren und gefasst über das Geschehene sprechen kann.

Eine dramatische Handlung, die Kinder – und schließlich auch Erwachsene – fasziniert und mitfühlen lässt, wurde hier von Frank Wowra in kühlen Winterfarben, schlicht und doch sehr eindrucksvoll illustriert.

Der Eulenspiegel Kinderbuchverlag entstand im Jahr 2010 in der Eulenspiegel Verlagsgruppe. Hier werden vorwiegend DDR-Kinderbücher und Klassiker der Kinderbuchliteratur in neuer Gestaltung wiederaufgelegt.

„Vom Büblein auf dem Eis“ von Friedrich Güll und Frank Wowra (Eulenspiegel Kinderbuchverlag), 12 S., ab 2 Jahren. Gedruckt in Polen (Proystem). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

1 Kinderzimmer für 3

Wir fünf leben in einer Genossenschaftswohnung auf etwa 80 m² zusammen, also auf recht kleinem Raum. Im Durchschnitt entfielen in Österreich laut Statistik Austria im Jahr 2011 auf einen Wohnungsbewohner 41,2 m2 Nutzfläche – Tendenz steigend. Auf ein Haushaltsmitglied kommen im Durchschnitt 1,9 Räume! Da stellt sich doch die Frage: Was täten wir fünf mit zehn Räumen?

Die Journalistin Barbara Nothegger lebt im Wohnprojekt Wien und hat mit dem Titel „Sieben Stock Dorf“ ein Buch über Wohnexperimente für eine bessere Zukunft geschreiben. Das Wohnprojekt hätte sich vorgenommen, schreibt sie, „den Pro-Kopf-Verbrauch an Wohnfläche möglichst gering zu halten. Daher gibt es im Haus siebenhundert Quadratmeter Gemeinschaftsflächen, was 25 Prozent der Wohnflächen entsricht. Im normalen Wohnbau wird dafür üblicherweise weniger als ein Prozent veranschlagt. Ich werde Tätigkeiten aus unserer Wohnung einfach auslagern: Für die Übernachtung der Eltern reserviere ich ein Gästeapartment am Dach, und der Kindergeburtstag wird in der Gemeinschaftsküche gefeiert. Die ökologische Rechnung ist einfach: Je höher die Wohnfläche, desto höher ist auch der Ressourcenverbrauch beim Bau und im laufenden Betrieb für die Heizung.“

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© Irene Maria Gruber

Für viele Menschen seien Hinweise betreffend die ideale Individualwohnfläche eine „unzulässige Einschränkung des persönlichen Lebensbereichs. […] Laut einer Befragung von Entscheidungsträgern hinsichtlich ihrer Bereitschaft zur Änderung des persönlichen Lebensstils können sich 95 Prozent einen Umstieg auf regionale und biologische Lebensmittel vorstellen. Hingegen lehnt die Mehrheit eine Einschränkung der individuellen Wohnfläche ab.“ Nothegger hält fest: „Klein bedeutet aber nicht automatisch weniger Wohnkomfort.“

„Sieben Stock Dorf. Wohnexperimente für eine bessere Zukunft“ von Barbara Nothegger (Residenz), 176 S.. Gedruckt in Österreich (Gugler GmbH, Melk) nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip auf Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

Früher hatte ich den Traum, ein eigenes Wohnhaus für meine Familie zu finden. Ich wollte nicht selbst bauen, sondern ein altes Gebäude renovieren, und hatte eine romantisierende Vorstellung vom Landleben. Da wir uns seit rund einem Jahr mit der Thematik beschäftigen, träumen wir nunmehr davon, eines Tages in einem Wohnprojekt zu leben. Mit flexiblen Grundrissen und dem sinnvollen Aufstellen tragender Mauern hoffe ich, dass wir bei Bedarf – und den wird meine Familie vermutlich irgendwann, wenn die kinder größer sind, haben – 5 Zimmer unterbringen. In einem Artikel auf der Website von Greenpeace wird jedem die Möglichkeit zugesprochen, durch schlaues Verhalten den persönlichen Ressourcenverbrauch in die Hand zu nehmen. In Bezug auf die Wohnraumgröße wären 30 m2 pro Person im Haushalt optimal, steht da. Unsere Wohnung wird wohl kaum 150 m2 haben, aber auch weniger wird ausreichen. Die Bewohner von Wohnprojekten sind mit ihrer Wohnsituation erfahrungsgemäß sehr glücklich.

Unsere derzeitige 3-Zimmer-Wohnung hat neben einer großen Wohnküche, einem Elternschlafzimmer mit Schrankraum, Badezimmer, WC, Vorraum und Abstellraum nur einen weiteren Schlafraum. Solange unsere Kinder noch nicht in die Schule gehen (der Große wird demnächst 4, die Kleinen beiden sind 2), wollen wir – auch im Sinne der Nachhaltigkeit – hier wohnen bleiben. Wir lieben die Nachbarschaft, in der wir leben, die Nähe zur Natur, und auch der Mietpreis kommt uns entgegen. Außerdem müssen wir immer wieder feststellen, dass die Kinder nicht mehr Platz benötigen. Das Leben spielt sich vorwiegend im Wohnzimmer ab, hier wird nicht nur gegessen, sondern auch gespielt, gebastelt und musiziert. Das Spielzeug wandert aber regelmäßig abends zurück in die Kinderzimmerregale. Das war mir von Anfang an wichtig. Erst seit ein paar Wochen verkriechen sich die drei Kinder zwischenzeitlich auch einmal in ihr Zimmer, um Rollenspiele durchzuführen, die der Große initiiert. Es ist absolut nicht zu klein.

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© Irene Maria Gruber

Im Kinderzimmer stehen die Betten der beiden Kleinen in einer Ecke, das längere Bett des Großen beim Fenster. Die Ecke mit Ikea-Kindermöbel, die wir bei Willhaben, einem österreichischen Anzeigenportal, gebraucht gefunden haben, und der alten TV-Bank, die nun als Sitzgelegenheit dient, wird vor allem dazu genützt, um mit den Autos in der Parkgarage von Hape zu fahren oder um in Ruhe Puzzles zu legen. Die Ikea-Kommode ist übrigens beinahe 20 Jahre alt, hat bereits 3 Wohnungen bezogen, aber ich finde sie immer noch sehr schön. In der Mitte bleibt genug Platz zum Spielen.

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Das 48teilige Dornröschen-Puzzle“ von Die Spiegelburg ist derzeit sehr beliebt beim Großen.

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Ich lese für mein Leben gern schöne und gute Kinderbücher vor. In diesem Bild kann man bei genauerem Hinsehen drei unserer derzeitigen Lieblingsbücher entdecken: Mein großes Buch der Fahrzeuge“ (Gerstenberg), Bus fahren“ (Beltz & Gelberg) und Carls unglaubliches Auto-Lexikon“ (Aladin).

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Ich habe auch ein Faible für gute Illustrationen. In unserem Zimmer hängen Arbeiten von Sandra Juto, Yelena Bryksenkova, Kerry Layton (Seventy Tree) und Len Musik.

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Ich versuche, unseren Kindern nicht zu viel Spielzeug zur Verfügung zu stellen. Über das Zuviel habe ich mir hier bereits einige Gedanken gemacht, und dieses Thema wird mich weiterhin beschäftigen. Spielzeug sollte grundsätzlich sinnvoll sein und die Kreativität fördern. Die einfachsten Sachen sind oft die besten. Mit der Brio-Bahn und den Duplo-Steinen, die ich seit meiner Kindheit aufgehoben habe, spielen alle drei sehr gerne. Wir verwahren sie in großen Körben, die im alten Weichholzkasten stehen. Die bunten Bausteine in wundervollen Farben sind von Janod.

Die Kinderbücher tausche ich gerne aus, wenn eine neue Jahreszeit beginnt. So können sich die Kinder über altbekannte Bücher freuen, die sie länger nicht gelesen haben. Die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner (Gerstenberg) sind ein Dauerbrenner. Jetzt im Winter besonders toll: So ist der Winter“ (Bohem) und Bald wird es kalt!“ (FISCHER Sauerländer).

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Das kleine Lego stammt aus meiner Kindheit. Kindersachbücher aus Meyers kleiner Kinderbibliothek“ (FISCHER Meyers) und der Reihe Wieso? Weshalb? Warum?“ (Ravensburger) werden immer wieder gerne zur Hand genommen. Wir verzichten auf CD-Player und CDs und verwenden stattdessen die Toniebox.

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© Irene Maria Gruber

Die Girlande in dezenten Farben stammt vom dänischen Unternehmen Fabelab, das großen Wert auf nachhaltige und ökologische Produktion legt. Damit nach Möglichkeit keine Abfälle entstehen, werden kleinere Produkte wie die Girlanden aus Resten gefertigt, die beim Zuschnitt größerer Teile entstehen. Das Bettzeug der Kinder stammt von Grüne Erde und der Wolf, ständiger Begleiter meines Kleinen, ist von Maileg. Er wird in ein paar Jahren mit uns fünf umziehen, und wir sind zuversichtlich, dass wir unser neues Zuhause in einem Wohnprojekt finden werden.

Schenken wir unseren Kindern zu viel?

Kinder besitzen in ihren jungen Jahren bereits zu viel und haben eine unheimliche Erwartungshaltung an Geschenke entwickelt. Über dieses Zuviel sollte man nachdenken – der Fähigkeit zur Wertschätzung zuliebe, den Nerven der Eltern und nicht zuletzt unserer Umwelt zuliebe.

Weihnachten, das Fest der Besinnlichkeit, der Familie und Liebe, das Fest des Schenkens, ist einmal mehr vorüber. Der letzte Rest an Weihnachtsstimmung wurde bei einem Gang in den Müllraum unseres Hauses abrupt getrübt. Die Restmüll- und Altpapiertonnen waren seit dem 24. Dezember übergequollen. Selbst neben ihnen türmten sich noch unzählige Barbie-, Brio-, Lego-, Spielzeugklavier- und Smoothieblenderkartons, eingeschlichtet in Versandkartons großer Online-Versandhändler. Glitzernde Geschenkverpackungen wurden in schwarze Plastikmüllsäcke gestopft, die wiederum neben dem Ausgang platziert.

© Irene Maria Gruber

Gerade an den Weihnachtstagen wird deutlich, welch große Mengen an Müll wir produzieren. Allein in Deutschland fielen 2013 pro Kopf 617 kg Müll an, ganze 212,5 kg davon waren Verpackungsmüll. „2003 waren es noch 187,5 kg“, kann man in „Fair für alle! Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur bio nachlesen. „Den deutlichen Anstieg […] führen Expertinnen und Experten auf verschiedene Gründe zurück: zum einen auf den Boom im Internet-Versandhandel. Denn wenn immer mehr Menschen alles, von Büchern über Flachbildschirme und Windeln bis hin zu Lebensmitteln, online bestellen, müssen diese Dinge für die Verschickung noch aufwendiger eingepackt werden. Oft sind die Versandkisten dafür unnötig groß.“

© Irene Maria Gruber

„Fair für alle! Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur bio von Sonja Eismann und Nina Lorkowski (Beltz & Gelberg), 160 S.. Gedruckt in Deutschland (Beltz Bad Langensalza GmbH) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

Wie gut, dass letzten Donnerstag im Morgengrauen der ganze Müll, wirklich alles von den Müllheinzelmännchen abgeholt wurde. Auf Nimmerwiedersehen, ihr unheimlichen Müllberge. Jetzt sitzen die reich beschenkten Kinder in ihren vermeintlich zu kleinen Kinderzimmern zwischen bunten Spielzeugbergen und mischen fröhlich Puzzleteile mit Duplo- und Kaplasteinen, ziehen den Stoffbären Puppenkleider über und funktionieren Bücherregale zu Parkgaragen für die Einsatzfahrzeuge und rosa Wohnmobile um. Die Eltern stöhnen, sind aber irgendwie auch froh, dass die Kleinen an den kinderbetreuungsfreien Tagen Beschäftigung finden. Und überlassen ihnen auch noch Wohn- und Schlafzimmer. Aufräumen kann man dann ja auch noch nach dem 7. Jänner.

Seit ich drei Kinder habe, merke auch ich, wie sich das Spielzeug stetig vermehrt. Für 2017 hatte ich mir vorgenommen, die Geschenkeflut in organisierte Bahnen zu lenken. Mit mäßigem Erfolg. Man halte sich vor Augen, dass jeder der drei Kindergeburtstage bei uns mittlerweile vier Mal gefeiert wird: im Rahmen der engsten Familie, dann mit den Großeltern, schließlich noch mit den Tageskindern und natürlich auch mit den Freunden aus der Nachbarschaft und dem Bekanntenkreis. Auf meinen Wunsch hin schenkten die Großeltern dankenswerterweise keine Spielsachen, sondern Schuhe und Kleidung in den nächsten Größen. Bei den Partys mit Freunden musste ich allerdings aufgeben. Manche Mütter (ja, es scheint fast so, als würden Männer keine Geschenke kaufen) fragten mich vorab, was sich meine Kinder wünschten. Ich freute mich über die Frage, denn meine Kinder hatten meines Wissens noch keine Wünsche, und erwiderte: „Nichts. Wir freuen uns, wenn ihr kommt, ihr braucht wirklich nichts mitzubringen.“ Das war keine befriedigende Antwort. „Etwas zum Basteln vielleicht? Sind die Kleinen schon groß genug für Playmobil?“ Also gut, ich gab nach. Auch, weil der Große mit seinen 3 Jahren nach unzähligen Einladungen leider schon ein echter Partyprofi war. Schokotorte mit Smarties und singenden Kerzen, „Happy Birthday“, „Marmelade im Schuh“ und viele, viele bunte Geschenke – den Ablauf hatte er bei den Feiern der anderen bereits gelernt.

Vor Weihnachten vereinbarte ich mit den diversen Christkindern, dass es gerne ein paar wenige Geschenke, die alle drei gemeinsam bekommen, geben könne – aber ich suche sie aus. Die Kinder waren am Weihnachtsabend mit fünf kleinen Päckchen (darunter zwei Bücher, denn ich finde immer noch, dass Bücher die besseren Geschenke sind) glücklich, freuten sich auch sehr über den geschmückten Baum und das kleine Marzipanschwein, das wir durch 5 teilten.

© Irene Maria Gruber

„Guck mal: Wohin fließt das Badewasser?“ von Katja Reider und Marlies Rieper-Bastian (Carlsen), 14 S., ab 3 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

„Mein großes Buch der Tiergeräusche“ von Oliver Grieshammer (Ars Edition), 16 S., ab 2 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

Ganz ohne Geschenke wäre es ein furchtbar trauriger Heiligabend, wissen meine Kinder aus mehreren Kinderbüchern, beispielsweise aus „Rudi rettet Weihnachten“: Ein im tief verschneiten Wald lebendes Schwein wird vom Weihnachtsmann seit Jahren schlichtweg vergessen und unternimmt daher alles, um wieder Geschenke zu bekommen. Auch in Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“ lesen wir, wie traurig das Fest ohne Päckchen ist: Pelle, Bosse und die kleine Inga sind am Heiligabend alleine zu Hause, ihre Mama war ins Krankenhaus gekommen und der Papa weit draußen auf dem Meer. Und sie hatten auch keinen Tannenbaum! Keine Geschenke! Nichts Gutes zu essen!“ Unerwartet taucht Pippi mit Tannenbaum auf dem Kopf auf, um den Kindern ein schönes Fest zu bereiten und sich über verblüffte, glückliche Kinderaugen freuen zu können. So fühlen wir uns doch auch, wenn wir unsere Kleinen beim Auspacken und Spielen beobachten. Kinder, die ihre Pakete gierig aufreißen, die Spielsachen nur anspielen und gleich wieder weglegen, trüben unsere Freude allerdings.

© Irene Maria Gruber

„Rudi rettet Weihnachten“ von Mathilde Stein und Chuck Groenink (FISCHER Sauerländer), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Belgien auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

„Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“ von Astrid Lindgren (Oetinger), 48 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print SIA, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

Zu Beginn eines neuen Jahres frage ich mich, was jetzt noch kommen soll. Die Kinder besitzen in ihren jungen Jahren bereits zu viel und haben eine unheimliche Erwartungshaltung an Geschenke entwickelt. Sollten wir ihnen und ihrer Fähigkeit zur Wertschätzung zuliebe, unseren Nerven und nicht zuletzt unserer Umwelt zuliebe nicht endlich über dieses Zuviel nachdenken? Autorin Olga Witt widmet ein Kapitel ihres lesenswerten Buches „Ein Leben ohne Müll. Mein Weg mit Zero Waste“ eben diesem Thema: „Das Schenken an sich ist […] nicht wirklich das Problem und grundsätzlich eine schöne Geste – solange sie nicht in einen Zwang verfällt, sich gegenseitig möglichst teure Waren hin und her zuschieben. Die Geste ist das, was immer im Vordergrund bleiben sollte.“ Gerade in der Vorweihnachtszeit sei zu bemerken, dass „die Einkaufspassagen vollgestopft mit Suchenden [sind], deren Gelassenheit, je näher der große Tag rückt, stetig abnimmt.“ Witt selbst nimmt keine Gaben an und beschenkt auch prinzipiell niemanden, vmit Ausnahme der Kinder, denen wahrscheinlich das Herz zerspringen würde, wenn sie plötzlich nichts bekämen. Gedanken macht sich Witt natürlich über die riesigen Müllmengen, die Geschenke mit sich bringen – für sie ist die Wiederverwendung von Geschenkpapier ganz selbstverständlich, und auch Zeitungspapier, Stoff und alte Tücher kommen beim Verpacken zum Einsatz.

© Irene Maria Gruber

„Ein Leben ohne Müll. Mein Weg mit Zero Waste“ von Olga Witt (Tectum), 280 S.. Gedruckt in Österreich (Gugler GmbH) nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip auf umweltfreundlichen Papier, mit mineralölfreien Druckfarben und klimaneutral hergestellt.

Sabine Huth-Rauschenbach zeichnet in ihrem Entdeckerbuch für glückliche Familien „Familienzeit“ auf, wie sinnvolles Schenken funktionieren könnte. „Wie sollen Kinder lernen, echte Freude und Dankbarkeit zu empfinden, wenn sie dauernd mit Spielzeug und Süßigkeiten zugeschüttet werden?“, fragt sie und rät, die Geschenke zu koordinieren, sich mit Verwandten abzusprechen und zum Beispiel zu übergeordneten Themen wie Spielküche oder Puppentheater zu schenken und schenken zu lassen. Außerdem hält sie selbst an einer Faustregel fest: „eine Sache zum Spielen, eine Sache zum Anhören, eine Sache zum Anziehen, eine Sache zum Lesen.“ Huth-Rauschenbach weiß aber, dass nicht alle Verwandten diszipliniert beim Schenken sind: „Erstmal kommen Sie um ein vermutlich etwas unangenehmes Grundsatzgespräch nicht herum. Manchmal gibt es schnelle und dauerhafte Einsicht, unter Umständen diskutieren Sie das aber jährlich aus.“ Bevor es aber zum großen Familienkrach unterm Weihnachtsbaum kommt, sei es natürlich besser, das Luxusproblem zunächst ungelöst zu lassen. Und was macht die Autorin, wenn doch einmal zu viele Geschenke ankommen? „Ein Zuviel an Geschenken wandert immer estmal in den Fundus. […] Ich finde es vor allem nachhaltig, denn bevor meine Kinder ein Spielzeug auspacken, kurz anspielen und dann in die Ecke werfen, hebe ich es lieber für jemanden auf, der es wirklich zu schätzen weiß.“ Und noch einen Tipp hat sie parat: „Schreiben Sie sich […] die Wünsche Ihrer Kinder über das Jahr hinweg auf, aber erfüllen Sie diese nicht immer sofort, sondern heben Sie sie bis Weihnachten auf. Das strahlende Gesicht, wenn Ihr Kind endlich die ersehnte Barbie, den tollen Roboter oder das besondere Buch in den Händen hält, ist unbezahlbar.“

„Familienzeit. Entdeckerbuch für glückliche Familien“ von Sabine Huth-Rauschenbach (Trias Verlag), 184 S.. Gedruckt in Deutschland (Westermann Druck GmbH, Zwickau) auf chlorfrei gebleichtem Papier.

© Irene Maria Gruber

Auf die Kindergeburtstagspartys können wir auch im kommenden Jahr nicht verzichten, das ist klar. Aber vielleicht schaffen wir es, ein einziges Geschenk, das von uns ausgewählt und verpackt wurde, erst bei der Feier mit Freunden zu übergeben und den Gästen vorab klipp und klar zu sagen, dass sie nichts mitbringen dürfen. Osterhase und Nikolo? Die bringen nur Essbares. Im Adventkalender werde ich den Kindern übrigens Zeit schenken, nämlich täglich eine gemeinsame Aktivität. Unter den 150 unkomplizierten Ideen aus Sarah Devos‚ Buch „Mein Kind langweilt sich nie“ finden sich problemlos 24 passende. Und zu Weihnachten wird es ein paar sinnvolle Geschenke geben, aber nur unter unserem Tannenbaum am 24. Dezember. Ohne die Päckchen bekämen die kerzenbeleuchteten und lamettaglänzenden Bäume der Großeltern an den Weihnachtsfeiertagen nämlich endlich ungeteilte Aufmerksamkeit. Ja, warum eigentlich nicht?

© Devos: Mein Kind langweilt sich nie, LV.Buch 2017.

„Mein Kind langweilt sich nie. 150 Tipps gegen Ideenlosigkeit“ von Sarah Devos (LV.Buch), 174 S.. Gedruckt in Deutschland (Westermann Druck GmbH, Zwickau). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.


biorama_logo Diese Rezension wurde auf biorama.eu veröffentlicht.

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Gutes zu Weihnachten – Kinderbücher zum Nachdenken über die Welt

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher ausgewählt, die helfen, die Welt besser verstehen zu lernen. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert.

1 // Plädoyer für Vielfalt und Toleranz
Der Teich des Frosches ist ausgetrocknet, die Hasen wurden vom Adler aus ihrem Zuhause verjagt, der Bär ist nirgends erwünscht, weil sich jeder vor ihm fürchtet, und der Baum, in dem die Vögel wohnten, wurde gefällt. Nach und nach hören immer mehr fliehende Tiere von einem Ort, an dem alle ihren Platz haben: Die freundliche kleine Maus hatte schon lange von einer Zukunft in einem glücklichen Zuhause geträumt. Nun kann sie ihren Traum gemeinsam mit den anderen Tieren verwirklichen: „Glück wird unser Haus erfüllen, drum lachen, tanzen, singen wir. Jeder ist ein Teil davon, denn alle sind willkommen hier.“ Ein Plädoyer für Vielfalt in der Gesellschaft, für Toleranz, für Offenheit, ein wichtiges Buch für alle Kinder.
„Alle sind willkommen“
von Patricia Hegarty und Greg Abbott (Ars Edition), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in China. Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Hegarty/Abbott: Alle sind willkommen, Ars Edition 2017.

2 // Und was magst du?
Wenn die einzelnen Teile dieses Mix-Max-Buches umgeklappt werden, können Kindern aus verschiedenen Ländern immer wieder neue Interessen zugeordnet werden: Dann mag Pia aus Peru nicht mehr nur Musik, sondern plötzlich auch Erdbeereis oder gebratene Nudeln! Enuk aus Kanada, der einen Hund hat, mag dann auch Elefanten und isst am liebsten Kirschen – warum nicht? Auf der letzten Seite des Buchs kann zum Mitmachen ein eigenes Foto eingeklebt werden. Anhand dieses schön illustrierten Pappbilderbuchs erkennen schon die Kleinsten, dass die Interessen von Kindern auf der ganzen Welt ziemlich ähnlich sind.
„Mix-Max Kinder der Welt“ von Katharina Bußhoff (Gabriel), 18 S., ab 2 Jahren. Gedruckt in China auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Bußhoff: Mix-Max Kinder der Welt, Gabriel 2016.

3 // Wenn der Haussegen zu Weihnachten schief hängt
Wenn sich die Eltern sogar am Weihnachtstag streiten, und Besuche der nicht ganz einfachen Omas anstehen, bleibt Lilly nur noch eins: Den Nachmittag mit ihrem Freund Karim draußen im Schnee zu verbringen. Gedankenverloren läuft Lilly in einen entgegenkommenden Motorroller. Die Fahrerin kracht gegen einen Laternenpfahl und scheint ihr Gedächtnis verloren zu haben. Nach und nach stellt sich heraus, dass sie Schröder heißt und einen Zettel mit Lillys Adresse bei sich trägt. Schröder und Karim beschließen, Lilly nach Hause zu begleiten, doch das wird dem Mädchen beinahe zu viel. Ob das Weihnachtsfest noch gerettet werden kann? Eine turbulente, sehr klug erzählte Weihnachtsgeschichte, in der nebenbei überlegt wird, ob nur Christen zu Weihnachten feiern dürfen.
„Ein Dings namens Schröder“ von Hartmut El Kurdi und Marine Lundin (Tulipan), 64 S., ab 7 Jahren. Gedruckt in der Slowakei (Neografia, Martin). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

© El Kurdi/Lundin: Ein Dings namens Schröder, Tulipan 2017.

4 // Das Leben fängt klein an
„Das Leben fängt klein an. Sogar bei den Elefanten. Dann wächst es.“ Atmosphärische Bilder begleiten dieses poetische Kinderbuch, in dem Tiere zum Philosophieren gebracht werden. Auf die Frage, was es am Leben besonders mag, gibt jedes Tier naturgemäß eine andere Antwort. Und ja, das Leben ist nicht immer leicht, manchmal ist es sogar recht düster, doch es tun sich immer neue Wege auf. „Vergiss nie: In jedem Winkel der Welt gibt es etwas, das man mögen kann.“ Und die Tiere wissen über das Leben, dass nie alles gleich bleibt, aber dass es sich lohnt, neugierig zu bleiben. Ein einzigartiges Buch, das jeden in seinen Bann zieht!
„Leben“ von Cynthia Ryland und Brendan Wenzel (NordSüd), 48 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in China. Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Ryland/Wenzel: Leben, NordSüd 2017.

5 // Bunte Weltreligionen im Großformat
Wimmelbücher werden nicht langweilig, sie können immer wieder angesehen werden und gefallen Klein und Groß. Das Wimmelbuch der Weltreligionen zeigt, auf welch intelligente Weise schon bei Kindern ein erstes Interesse für komplexe Sachverhalte geweckt werden kann: Bunte, großformatige Seiten laden zum Betrachten von Szenerien ein, zum Staunen, zum Nachfragen. Die Vielfalt von Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam wird anhand alltäglicher Szenen, von Festen und Lebensereignissen, Bräuchen und Ritualen spürbar. Und weil die Erwachsenen auch nicht alles über die Weltreligionen wissen, gibt es ein Booklet mit weiterführenden, leicht verständlichen Informationen. Eine absolute Kaufempfehlung!
„Das Wimmelbuch der Weltreligionen“ von Anna Wills und Nora Tomm (Beltz & Gelberg), 14 S., ab 5 Jahren. Gedruckt in Polen (Gryf Direct, Warschau). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Wills/Tomm: Das Wimmelbuch der Weltreligionen, Beltz & Gelberg 2017.

6 // Weihnachten ist, wenn …
Blicke von außen zu kennen ist in vielerlei Hinsicht wertvoll, und wenn es um bekannte, selbstverständliche Rituale unserer Region im Advent oder zu Weihnachten geht, dann sind sie Gold wert. Weihnachtslieder, Weihnachtsgeschenke, Lichtergirlanden, Tannenbäume, üppig gefüllte Schaufenster … Assia ist ein Flüchtlingskind, und sie ist überfordert. Plötzlich sitzt sie, die gerade erst begonnen hat, Deutsch zu lernen, in einer Schulklasse, und dann steht auch noch ein Kranz mit Kerzen auf dem Tisch. Assia hat viele Fragen. Doch wie erklärt man Weihnachten? Kindgerecht vermittelt Max Bolliger für alle Kinder, was das Fest ausmacht, und Assia bemerkt: „Weihnachten ist, wenn ich froh bin.“ Liebevoll illustriert von Giovanni Manna ist das Bilderbuch in hochwertiger Ausstattung erschienen – ein perfektes Geschenk!
„Weihnachten ist, wenn …“ von Max Bolliger und Giovanni Manna (Bohem), 36 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in der Slowakei auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Bolliger/Manna: Weihnachten ist, wenn …, Bohem 2017.

7 // Vielfalt macht die Welt bunt und spannend
Ein Buch mit eindeutiger Botschaft, das einen sehr positiven Eindruck hinterlässt: „Was wir kennen und verstehen, müssen wir nicht fürchten.“ Also lasst uns die Menschen, die anderswo auf der Welt aufgewachsen sind, und daher anders kulturell geprägt sind, kennen lernen! Ein Lächeln wird überall gleich verstanden, aber wie und was wir essen, spielen, feiern und glauben kann ganz unterschiedlich sein. Zwei der vielen erwähnenswerten Aspekte: Regenbogen- und Adoptivfamilien sowie alleinerziehende Mütter und Väter sind zentrale Bestandteile der Seite zu Familienformen. Und die Grafik, die unterschiedliche Kopfbedeckungen zeigt, beinhaltet neben Hidschab, Chimar und Burka auch den christlichen Schleier, den Nonnen tragen. Wow!
„Nasengruß und Wangenkuss“ von Anne Kostrzewa und Inka Vigh (FISCHER Sauerländer), 40 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Kostrzewa/Vigh: Nasengruß & Wangenkuss, FISCHER Sauerländer 2017.

8 // Über die Friedensnobelpreisträgerin Malala
Malala ist der Name eines pakistanischen Mädchens, das man nicht mehr so schnell vergisst, wenn man seine Geschichte gelesen hat. „Wie können Sie es wagen, mir mein Grundrecht auf Bildung zu nehmen?“, traute sich Malala die Taliban in aller Öffentlichkeit zu fragen. Die Taliban hatten mit einem neuen Gesetz verkündet, dass Mädchen nicht mehr in die Schule gehen dürfen. Für BBC beginnt Malala, unter einem Pseudonym ein Online-Tagebuch zu schreiben. Am 9. Oktober 2012 stürmen Kämpfer der Taliban den Schulbus, in dem Malala sitzt, und schießen auf sie. Das Mädchen überlebt schwer verletzt, zieht nach Großbritannien und setzt sich seit seiner Genesung für die Rechte der Kinder ein. Mit nur 17 Jahren erhielt Malala 2014 den Friedensnobelpreis. Ein grandioses Buch über ein Mädchen mit beeindruckendem Engagement.
„Malala: Für die Rechte der Mädchen“ von Raphaële Frier
und Aurélia Fronty (Knesebeck), 48 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in Tschechien (Graspo CZ, Zlín). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Frier/Fronty: Malala, Knesebeck 2017.

9 // Wenn einer anders ist
Kautschuk ist eines Morgens einfach da. Er spielt mit den Pinguinen Ball und alle haben Spaß. Ein bisschen anders ist er, er wohnt auch woanders, nämlich bei der großen Eisscholle links um die Ecke. Doch eines Tages passiert etwas, das alles verändert: Beim Bauen eines Schneepinguins kommt es zu Differenzen, und die Pinguine bemerken, dass Kautschuk doch sehr anders ist als sie selbst. Nicht einmal Pinguinisch kann er! Die Pinguine verstoßen ihn, aber bald schon vermissen sie Kautschuk und den Spaß, den sie mit ihm hatten … Eine Geschichte über Ausgrenzung und Vorurteile – und über den Mut, die Abneigung gegen Fremdes zu überwinden.
„Du nicht!“
von Isabel Pin (Hinstorff), 24 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Pin: Du nicht!, Hinstorff 2017.

10 // Phil und Sophie philosophieren
Neugierige Kinder, die Fragen stellen, sind kleine Philosophen. So auch Phil und Sophie, die sich unter einer großen Birke treffen, um wichtige Dinge zu besprechen. Wie vergeht die Zeit? Was ist gerecht? Kann man Glück suchen? Woher kommen die Gedanken? Woher weiß ich, dass du mein Freund bist? Diese und viele weitere Fragen, die sich Menschen schon viele Jahrhunderte lang stellen, werden in diesem Buch kindgerecht diskutiert. Am Schluss steht die Erkenntnis, dass es sich lohnt, weiterzufragen. Albert Einstein dazu: „Das wichtigste ist, dass man nicht aufhört zu fragen. […] Es ist mehr als genug, wenn man lediglich versucht, die kleinen Mysterien des Tages zu verstehen. Verliere niemals diese heilige Neugierde.“
„Kleine und große Fragen an die Welt mit Phil und Sophie“
von Ina Schmidt (Carlsen), 96 S., ab 9 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angaben zum Herstellungsort.

© Schmidt: Kleine und große Fragen an die Welt mit Phil und Sophie, Carlsen 2017.

11 // Alles umarmt sich
Sehr harmonisch geht es in diesem Bilderbuch zu: Bärenpapa und Bärenkind wandern durch die Welt, und das Kind fragt: „Hat sich alles so lieb wie wir uns beide?“ Bärenpapa erklärt, dass die ganze Welt aus einem Knäuel aus Umarmungen besteht. Alles sei miteinander verbunden, eins sorge für das andere und nur darum gäbe es Leben. „Wir gehören alle zusammen“, schließt er. Ja, wenn man sich dessen bewusst wird, geht man auch achtsamer mit der Erde um. Je früher, desto besser! Ein fein in gedämpften Farben illustriertes Bilderbuch, dessen schöne Botschaft vermutlich erst mit etwas Hilfe von Erwachsenen fassbar wird.
„Zusammen umarmen wir die ganze Welt“
von Manuela Monari und Evelyn Daviddi (Coppenrath), 32 S., ab 3 Jahren. Keine Angaben zur Herstellung.

© Monari/Daviddi: Zusammen umarmen wir die ganze Welt, Coppenrath 2017.

12 // 5 Erlebnisse mit den Weltreligionen
Fünf Kinder erzählen von ihren Erlebnissen mit einer Weltreligion: Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum kommen in diesem Band vor. Kalpana, Tarik, Shannon, Simon und Schoscha haben gemeinsam, dass sie alle auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind – jeder in einer anderen Religion, voller Zweifel, aber angetrieben von einer großen Sehnsucht. Die intensiven Erzählungen wollen keineswegs bekehren, auch keine vollständige Beschreibung der jeweiligen Religion abliefern, sondern zu einem grundsätzlichen Verständnis für Menschen unterschiedlichen Glaubens beitragen – ein wichtiger Baustein in der Friedenserziehung.
„Mensch sucht Sinn“
von Ghazi Abdel-Qadir, Vanamali Gunturu, Hanna Jansen, Judith Klein, Sybil Rosen und Eva Schöffmann-Davidov (Gabriel), 176 S., ab 12 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Abdel-Qadir/Gunturu et al.: Mensch sucht Sinn, Gabriel 2017.


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Gutes für Weihnachten aus dem hohen Norden

© Irene Maria Gruber

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher, inspirierende Spiele und schöne Dinge für den täglichen Gebrauch – diesmal aus dem hohen Norden – ausgewählt. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert.

1 // Abenteuer im Eismeer
Der fürchterliche Pirat Weißhaupt raubt Kinder und zwingt sie, in einem Stollen tief unter der Erde nach Diamanten zu hacken. Niemand wagt es, nach den vermissten Kindern zu suchen, und alle sagen, dass keiner lange in dem Bergwerk überleben kann. Als die kleine Miki entführt wird, ist Weißhaupt jedoch mit ernsthaftem Widerstand der großen Schwester Siri konfrontiert. Das mutige Mädchen möchte Miki nach Hause holen und gibt trotz vieler Hindernisse nicht so schnell auf. Eine fantastische, atemberaubende und umfangreiche Abenteuergeschichte der schwedischen Autorin Frida Nilsson – für Leser jeden Alters.
„Siri und die Eismeerpiraten“ von Frida Nilsson (Gerstenberg), 376 S., ab 10 Jahren.
Gedruckt in Deutschland (GGP Media GmbH, Pößneck). Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

2 // Ein kleiner Eisbär als mutiger Naturschützer
Lars, der kleine Eisbär, lebt am Nordpol. In diesem Frühling ist es spürbar wärmer als im letzten Jahr, das Eis schmilzt schneller, und in der Fischbucht tummeln sich Menschen, die mit Schiffen und Hubschraubern angekommen sind. Eigentlich gab es immer viel Futter, doch nun rumpeln Containerschiffe vorbei und es sind nur noch wenige Fische zu sehen. Lars trifft auf einen Seehund und einen Vogel, die ebenfalls hungrig sind, und der kleine Eisbär ist überzeugt: Die neue Funkstation und die große Boje im Meer müssen wieder verschwinden, denn dann können die Schiffe nicht mehr durch die Meeresenge fahren. Eine liebevolle, nachdenklich stimmende Rückeroberungsgeschichte!
„Kleiner Eisbär – Lars und die verschwundenen Fische“ von Hans de Beer (NordSüd), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© De Beer: Kleiner Eisbär. Lars und die verschwundenen Fische, NordSüd 2017.

3 // Ein Eisbär zum Kuscheln
Das dänische Unternehmen OYOY, das 2012 von Lotte Fynboe gegründet wurde, stellt in Bezug auf Design, Funktion und Materialien qualitativ hochwertige Produkte für Erwachsene und Kinder her. Darunter finden sich auch einige sehr feine Kissen für das Kinderzimmer wie der hochwertig hergestellte, weiche Eisbär Knut. Ein wunderschönes Geschenk!
„Polar Bear Knut“ von Oyoy. Designed in Dänemark, hergestellt in Indien aus 100% Baumwolle.

4 // Die Bären vom Nordpol
Eine wahre Meisterin im Gestalten von ästhetisch wertvollen Sachbilderbüchern ist Jenni Desmond. Nach ihrem Titel über Blauwale ist nun – in sehr ähnlicher Aufmachung – eine Abhandlung über die faszinierenden Eisbären erschienen. Ganz sympathisch blickt ein Bär vom Cover, im Vorsatz schwimmt er durchs Eismeer, und nach einer wertvollen Anmerkung der Autorin geht es los: Ein Mädchen nimmt sich das Buch, das wir in unseren Händen halten, aus dem Regal und beginnt über den Meeressäuger zu lesen – und zu lernen. Ein exzellentes Buch, in dem sowohl Illustrationen als auch Text überzeugen.
„Der Eisbär“ von Jenni Desmond (Aladin), 48 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Desmond: Der Eisbär, Aladin 2017.

5 // Ein Mädchen reist zum Weihnachtsmann
Die kleine Anja möchte den Weihnachtsmann unbedingt einmal bei seinen Vorbereitungen unterstützen – und macht sich auf eine ungewöhnliche Reise durch zauberhafte nordische Winterlandschaften. Auf ihrem Weg trifft sie auf ein Pferd, ein Rentier und einen Eisbären; die Begegnungen sind auf beeindruckenden Fotografien und Fotomontagen festgehalten. Anja ist übrigens wirklich die Tochter der Stylistin und Kostümbildnerin Lori Evert und des Fotografen Per Breiehagen, den seine Arbeiten bereits nach Grönland, zum Nordpol und in die Antarktis führten.
„Die wunderbare Weihnachtsreise“ (Miniausgabe) von Lori Evert und Per Breiehagen (FISCHER Sauerländer), 48 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Österreich (Christian Theiss GmbH, St. Stefan im Lavanttal) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Evert/Breiehagen: Die wunderbare Weihnachtsreise, Sauerländer 2017.

6 // Weihnachtsklassiker von Astrid Lindgren
Der kleine Wichtel Tomte kommt jede Nacht aus seinem Versteck und beschützt die schlafenden Menschen und Tiere auf dem Bauernhof. Als der hungrige Fuchs Mikkel in der sternenklaren Weihnacht über den Hof schleicht, hat Tomte eine gute Idee … er bringt die Hühner vor Mikkel in Sicherheit, beschafft ihm aber Essen. Astrid Lindgrens Geschichte zählt längst zu den Weihnachtsklassikern, und Eva Erikssons Illustrationen zeigen eine tief verschneite, schwedische Winterlandschaft, in der die in Falunrot gestrichenen Holzhäuser hervorstechen. Einfach nur schön!
„Tomte und der Fuchs“ von Astrid Lindgren und Eva Eriksson (Oetinger), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print SIA, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Lindgren/Eriksson: Tomte und der Fuchs, Oetinger 2017.

7 // Schneemann sucht Weihnachtsmann
Der Schneemann, der in Familie Sørensens Garten steht, macht sich eines Tages auf die Suche nach dem Weihnachtsmann und zieht mit dem Ziel Lappland Richtung Norden. In seinem Bündel finden sich Glöckchen für den Schlitten des Weihnachtsmanns und als Proviant für sich selbst Kekse. Der Schneemann trifft auf einen Raben, einen Hirsch, einen Fuchs, einen Hasen und einen Bären – alle helfen ihm bei der Suche, knöpfen ihm aber auch etwas ab, zuletzt sogar die Karottennase und den warmen Schal. Der Weihnachtsmann schließlich erwartet für das von ihm übergebene Geschenk keine Gegenleistung, vielmehr freut er sich über das Lächeln des Schneemanns.
„Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann“ von Thierry Dedieu (Aracari), 64 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

© Dedieu: Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann, Aracari 2017.

8 // Ein etwas anderer Lemming
Wer erinnert sich noch an das Spiel „Lemmings“, in dem kleine, blaue Tierchen mit grünen Haaren stur den Artgenossen folgen – und sogar kollektiv über Klippen in den Tod stürzen? Angelehnt an das Vorurteil, es handle sich um recht naive Tiere, sehen auch die Lemminge in diesem Kinderbuch gleich aus, sie reden gleich und machen immer das Gleiche. Doch dann nennt sich einer Larry und benimmt sich außergewöhnlich. Überall sticht er heraus, er fährt Schlitten, besucht sogar einen Eisbären – und kann die anderen Lemminge schließlich davon abhalten, von der Klippe zu springen. Eine herrliche Geschichte, die aus der Reihe Tanzenden Mut macht!
„Larry Lemming. Auf die Klippe, fertig, los!“ von John Briggs und Nicola Slater (Oetinger), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (PNB Print Ltd.) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Briggs/Slater: Larry Lemming, Oetinger 2017.

9 // Bär sucht Eis
An Zootiere erinnert der erste Satz dieses nachdenklich stimmenden Buches: „Herr Eisbär war ein ziemlich grimmiger Bär. Er lächelte nie. Nicht einmal ein klitzekleines Grinsen huschte über sein Gesicht.“ Den netten Illustrationen nach zu schließen lebt er in einer Großstadt in einem warmen Land und hat ein viel zu kleines Haus. Herr Eisbär sehnt sich nach seinem Zuhause – doch wo ist das eigentlich? Eine lange Reise steht bevor, und glücklicherweise wird diese ein Happy End haben!
„Herr Eisbär will nach Hause“ von Ronojoy Ghosh (Lingen), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

© Ghosh: Herr Eisbär will nach Hause, Lingen 2017.

10 // Andersen mit wunderbaren Illustrationen
Prächtiger als dieser Titel aus dem Verlag Kleine Gestalten kann ein Märchenbuch wirklich nicht sein. Aus Andersens großem Märchenschatz wurden bekannte („Das hässliche Entlein“, „Die kleine Seejungfer“, „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ oder „Die Prinzessin auf der Erbse“) und weniger bekannte Märchen ausgewählt und mit zauberhaften Illustrationen diverser Künstler (darunter Francesca Sanna und Caroline Attia) versehen. Entstanden ist ein zeitloses Gesamtkunstwerk für kleine und große Märchenliebhaber, das in keinem Bücherregal fehlen sollte.
„Andersen. Die illustrierten Märchen von Hans Christian Andersen“ von Hans Christian Andersen (Kleine Gestalten), 176 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Nino Druck GmbH., Neustadt an der Weinstraße) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Andersen: Andersen. Die illustrierten Märchen von Hans Christian Andersen, Kleine Gestalten 2017.

11 // Die Mumins im Bilderbuch
Traum oder Wirklichkeit? Susanna langweilt sich in der Idylle, in der sie lebt. Eines Tages setzt sie eine andere Brille auf und erfährt etwas Fürchterliches, das zugleich aber aufregend scheint: „Die brave alte Katze wurde groß und größer und wuchs fast in den Himmel.“ Alles sah plötzlich anders und schrecklicher aus als sonst, sogar ihr Spiegelbild. Schließlich trifft Susanna auf die Mumins und reist durch eine faszinierende Welt. 1977 hat die finnlandschwedische Autorin Tove Jansson dieses Bilderbuch gestaltet. Sehr fein, dass die Bücher im Arena Verlag neu erscheinen können!
„Die wundersame Reise ins Mumintal“ von Tove Jansson (Arena), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

© Jansson: Die wundersame Reise ins Mumintal, Arena 2017.

12 // Ein Mädchen auf der Suche nach dem Glück
Babysitterin Lina erzählt Daniel vor dem Einschlafen eine Geschichte aus ihrer Kindheit und über die Herkunft der wunderschön schillernden Perle an ihrem Ring. Linas großer Bruder Leon war schon länger spurlos verschwunden, sie und ihre Eltern sind untröstlich. Als Aufmunterung bekommt das Mädchen einen Schlitten geschenkt, doch schon bei der ersten Fahrt hat Lina einen Unfall, bei dem sie mit dem Kopf aufschlägt. Lina wacht im fantastischen Land Glück auf, wo menschengroße Ameisen, Spinnen, Libellen und Käfer herumwuseln. Als sie auf die furchterregende Krabbe stößt, scheint es keinen Ausweg mehr zu geben. Lina aber gibt nicht so schnell auf … Diese wunderbar illustrierte Geschichte, die an „Alice im Wunderland“ erinnert, stammt aus der Feder des schwedischen Bestsellerautors Martin Widmark.
„Linas Reise ins Land Glück“ von Martin Widmark und Emilia Dziubak (Ars Edition), 40 S., ab 5 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

© Widmark/Dziubak: Linas Reise ins Land Glück, Ars Edition 2017.

13 // Luzia, die Lichtbringerin
Luzia lebte zur Zeit der Christenverfolgung, als der romische Kaiser Diokletian Christen verfolgen und töten ließ, in Siracusa auf Sizilien. Schon als junges Mädchen half sie jenen, die sich vor den Römern in Höhlen oder Katakomben verstecken mussten. Bei Dunkelheit brachte sie ihren Freunden zu essen – stets mit Kerzen ausgestattet, die ihr den Weg außerhalb der Stadt ausleuchteten. „Da kommt unser Licht“, sagten die Freunde, und von ihrer Mutter wurde Luzia „meine kleine Sonne“ genannt. Noch heute wird die später heilig gesprochene Luzia verehrt, vor allem in Skandinavien, wo am 13. Dezember Luciafeiern stattfinden. Die Legende wird von Marlene Fritsch kindgerecht nacherzählt.
„Warum Luzia Licht ins Dunkel bringt“ von Marlene Fritsch (Patmos), 30 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Fritsch: Warum Luzia Licht ins Dunkel bringt, Patmos 2017.

14 // Die Zahnfee aus Dänemark
Die kleine Zahnfee ist eine zuverlässige Freundin, wenn das Milchgebiss nach und nach Lücken bekommt, und auf magische Begebenheiten im Schlaf gewartet wird. Das dänische Unternehmen FABELAB wurde von der Österreicherin Michaela Weisskirchner-Barfod gegründet. Besonderer Wert wird auf eine nachhaltige und ökologische Produktion gelegt. Produziert wird bei einem GOTS-zertifizierten Partnerunternehmen in Indien unter fairen Arbeitsbedingungen und ausschließlich mit ökologischen Rohstoffen. Die Verpackung sollte übrigens nicht weggeworfen werden: Im Mini Maker Space finden sich passende DIY-Projekte!
„Dream Friend Tooth Fairy“ von Fabelab. Designed in Dänemark, hergestellt in Indien aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle. Die Schuhe sind aus Polyester.

15 // Kinder erklären Skandinavien
Wer ein paar Fakten und lustige Geschichten über Skandinavien erfahren möchte, dem sei dieses von deutschen, dänischen, schwedischen und norwegischen Kindern der Deutsch-skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin gestaltetes Buch ans Herz gelegt. Für jeden Buchstaben wurde etwas typisch Skandinavisches gesucht. Die Texte über Astrid Lindgren, Celsius, Godis, Jul oder Pølser gibt es stets in zwei Sprachen zu lesen. Herausgekommen ist ein sehr amüsantes, buntes Büchlein, das im sympathischen jaja Verlag verlegt wurde.
„Mit dem ABC durch Skandinavien“ hg. von Annette Körn (jaja Verlag), 64 S., ab 6 Jahren.

© Körn (Hg.): Mit dem ABC durch Skandinavien, jaja 2017.

16 // Lyra ist ganz heimlich
Rally und Lyra sind Freundinnen, die viel miteinander spielen. Eines Tages vergisst Rally ihren Teddy Nalla bei Lyra. Lyra findet das süße, weiche Stofftier in ihrem Kinderzimmer. Am Montag trifft Lyra Rally wieder im Kindergarten, sagt aber nichts über Nalla. Selbst, als Rally nach dem Stofftier fragt, gibt Lyra nicht zu, dass es bei ihr zu Hause liegt. In den nächsten Tagen wird die Sache für Lyra immer unbequemer, und sie wendet sich von Rally ab. Als Rally am Donerstag wieder zu Lyra nach Hause geht, zeigt sich, wie stark die Freundschaft der Mädchen tatsächlich ist. Illustriert wurde die wunderbar einfach erzählte Geschichte von der großartigen Emma Adbåge.
„Lyra ist ganz heimlich“ von Marie Norin und Emma Adbåge (Rowohlt), 30 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livionia Print, Riga). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

© Norin/Adbåge: Lyra ist ganz heimlich, Rowohlt 2015.

17 // Weihnachten mit Pippi Langstrumpf
Feiert Pippi Langstrumpf Weihnachten? Ja, das tut sie, aber auf ihre Art und Weise. Dank der Erstleser-Reihe „Büchersterne“ aus dem Oetinger Verlag können Erstklässler selbst erlesen, was Pippi plant: Sie möchte Pelle, Bosse und Inga, den Kindern der kranken Frau Larsson helfen. Gerade an Heiligabend ist ihre Mama im Krankenhaus, und der Papa ist Seemann und weit draußen auf dem Meer. Weihnachten ohne Tannenbaum, ohne Geschenke und ohne gutes Essen? Zum Glück kommt Pippi rechtzeitig mit Herrn Nilsson auf ihrem Pferd angetrampelt. Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte, die Freude macht.
„Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“ von Astrid Lindgren (Oetinger), 48 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print SIA, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Lindgren: Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten, Oetinger 2017.


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Gutes für Weihnachten – Bücher fürs Malen, Basteln, Selbermachen!

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher, inspirierende Spiele und schöne Dinge für den täglichen Gebrauch – diesmal zum Thema Malen, Basteln, Selbermachen – ausgewählt. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert.

1 // Druckprojekte für Kinder
Eines der inspirierenden Werkstattbücher aus dem Schweizer Haupt Verlag beschäftigt sich mit 21 verschiedenen Drucktechniken, unter anderem mit der Klecksografie, dem Stempeln, der Monotypie, dem Karton- und Naturdruck, dem Schablonieren und der Frottage. Gerade – aber natürlich nicht nur – in der Weihnachtszeit sind die vielen guten Anleitungen Gold wert. Neben diversen Kunstwerken für die Wand entstehen Grußkarten, bedruckte Geschenkbänder oder mit einer Moosgummiwalze bedrucktes Geschenkpapier, mit Bildtransfer gepimpte Bilderrahmen oder mittels Monotypie angefertigte Familienporträts. Sehr zu empfehlen!
„stempeln, drucken, schablonieren. Das Werkstattbuch für Kinder“ von Eva Hauck und Dorina Tessmann (Haupt), 144 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in Kroatien auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Hauck/Tessmann: stempeln, drucken, schablonieren, Haupt 2017.

2 // Kreative Ideen für die ganze Familie
In 80 Projekten entstehen rund ums Jahr Möbel, Spielzeug und Accessoies – und die ganze Familie kann mitgestalten. Wie man an dunklen Winternachmittagen individuelle Lampenschirme gestaltet, einen Leuchtkasten bastelt, aus dicker Wolle einzigartige Stirnbänder dreht oder aus Korkparkettplatten ein tolles Verkehrsspiel herstellt, zeigt Djennat Derradj in simplen Anleitungen. Ideen für selbst gemachte Weihnachtsgeschenke gibt es auch, etwa für Badesalz-Tabs, Kerzenständer aus Holzkugeln, Kartenständer aus alten Büchern, Kratzkrallen oder Dinkel-Lavendel-Wärmekissen. Und weil es so schön ist, stilvolle und zugleich nützliche Dinge selbst herzustellen, gibt es auch für die anderen Jahreszeiten reichlich Inspiration.
„Kinderkram. Werken, Basteln, Selbermachen für die ganze Familie“ von Djennat Derradj (AT Verlag), 176 S.. Gedruckt in Deutschland (Druckerei Uhl, Radolfzell). Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

3 // Tiere malen gegen die Langeweile
„Der Tag ist nicht gut. Der Tag ist nur lang. Kein Spaß im Kinderzimmer, kein Spaß im Gang. So geht das nicht weiter, das sage ich dir.“ Das Kind erfindet daher ein seltsames Tier, eine zündende Idee. Plötzlich kommt Farbe in den Alltag. Dann Augen, Mund, Nase, Ohren. Schließlich bekommt auch noch das Gesicht Farbe und das Tier einen Bauch – und es wird gespielt! Der mitgelieferte Malbogen ist als Aufforderung zu verstehen, gleich loszumalen. Natürlich ohne Vorlage, denn mit etwas Fantasie und den farbenfrohen, lebendigen Bildern von Renate Habinger im Gedächtnis wird der Kreativprozess vermutlich von selbst beginnen. Wenn das nicht inspirierend ist!
„Ich male mir ein seltsames Tier“ von Sarah Neumann und Renate Habinger (NordSüd), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Neumann/Habinger: Ich male mir ein seltsames Tier, NordSüd 2017.

4 // Vielfältige Papierbasteleien für Weihnachten
Weihnachtszeit ist Bastelzeit, und aus Papier kann man edle Dinge zaubern. Die eigenen vier Wände mit dekorativen Faltkugeln, diversen Papiersternen oder goldenen Lichthäusern dekorieren, die Gäste mit kunstvoll gefalteten Servietten überraschen, die Lieben mit hübschen Weihnachtskarten oder witzigen beweglichen Fotofiguren bescheken und alles einmal anders als in den letzten Jahren verpacken. Oder den Baum mit Tannenzapfen aus Papierresten, goldenen Sternenkugeln oder Engeln aus Tortenspitze schmücken – all das ist mit den ausführlichen Anleitungen und Vorlagen ohne viel Aufwand möglich.
„Weihnacht aus Papier. Dekorationen für ein festliches Zuhause“ von Alice Hornecke, Dominik Meißner und Sabine Seyffert (Topp), 112 S.. Gedruckt in der Slowakei (Neografia). Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Meißner/Seyffert: Weihnacht aus Papier, Topp 2017.

5 // Willkommen im Winter-Wunderland
Claudia Schaumann, mittlerweile Mama von vier Kindern, hat nach dem erfolgreichen „Kinderkunst Kreativbuch“ ein zweites, weihnachtliches Bastelbuch für Kinder und Eltern gestaltet. In diesem finden sich zahlreiche leicht verständliche Anleitungen für Weihnachtsbasteleien ohne Kitsch und mit nicht allzu viel Glitzer. Die wichtigste Info für Mamas und Papas: Die entstandenen, schönen Werke – darunter ein Tannen-Traumland, ein Rodelberg für Auto-Schlitten oder Pfefferkuchen-Häuser-Á-La-Brooklyn – kann man ohne gespielte Freude im Haus ausstellen und selbstverständlich auch verschenken!
„Das Kinderkunst Kreativbuch Winter & Weihnachten“ von Claudia Schaumann (EMF), 144 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in der Slowakei. Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Schaumann: Das Kinderkunst Kreativbuch Winter & Weihnachten, EMF 2017.

6 // Häkeln und Stricken für Kinder
Endlich gibt es ein Buch, das Häkeln und Stricken kinderleicht erklärt – anhand einfacher Schritt-für-Schritt-Anleitungen lernen schon Kinder im Grundschulalter die Grundlagen der beiden Handarbeitstechniken kennen. Mit etwas Ausdauer und gelegentlicher Hilfe von Erwachsenen ist es dann gar nicht mehr schwierig, Dinge wie Mützen, Stulpen oder kleines Spielzeug und Stofftiere zu häkeln. Gestrickt werden können unter anderem ein lustiger Schlangen- oder Katzenschal, Maus-Fausthandschuhe oder Zugluftstopper. Eine schöne Beschäftigung für Winternachmittage.
„Kinderleicht! Häkeln und Stricken. Ideen für kleine und große Hände“ von Claire Montgomerie (Coppenrath), 192 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in der Slowakei auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Montgomerie: Kinderleicht! Häkeln und Stricken, Coppenrath 2016.

7 // Wichtel stempeln
Ava & Yves steht für feine Papeterie aus hochwertigem recyceltem Papier. Mit viel Liebe gestaltet dieses junge Label Gruß- und Postkarten, Geschwisterbücher – und auch tolle Stempel, mit denen zum Beispiel Karten oder Geschenkpapier bedruckt werden können.
„Stempel Wichtel“ von Ava & Yves. Griff mit Kehlung in Buche Natur mit UV Lack; Motiv aufgedruckt.

8 // Die gute, etwas andere Zaubertafel
Eine Magnettafel, auf der gemalt und gestempelt und alles wieder gelöscht werden kann, wäre ein tolles Geschenk? Angeboten werden im Spielzeughandel viele Produkte aus Plastik. gg*, eine Marke des japanischen Spielzeugherstellers Kukkia, bietet eine gute, wohltuende Alternative aus Buchenholz an. Die kleinen Künstler können ihrer Kreativität mit der tollen Zeichentafel freien Lauf lassen, und die Erwachsenen sind gleichzeitig von der hochwertigen Verarbeitung überzeugt. Win win!
„Oekaki House“ von gg*, Zeichentafel, Magnetstift, 3 Stempel und Stoffbeutel, ab 3 Jahren. Hergestellt in China aus Buchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit FSC-Siegel, PET-Plastik und Magneten.

© Oekaki House Cat, gg*.

9 // Weihnachtliche Szenerien fertig stempeln
Ein paar bunter Fingerabdrücke und Striche bedarf es, und schon entstehen wunderschöne Weihnachtsbilder: der Weihnachtsbaum wird festlich geschmückt, Kekse und Lebkuchenhäuser werden bunt dekoriert, Kerzen angezündet und Schneemänner, die eine Schneeballschlacht veranstalten, gestempelt. Eine Weihnachtsbeleuchtung mit bunten Lichtern wird eingeschaltet und Füchse dürfen auf dem gefrorenen See Eis laufen. Eine ganz nette Idee für eifrige Kinder.
„Fingerstempeln: Weihnachten“ von Fiona Watt und Candice Whatmore (Usborne), 64 S., ab 6 Jahren, mit 7 Stempelfarben. Keine Angaben zur Herstellung.

© Watt/Whatmore: Fingerstempeln Weihnachten, Usborne 2017.

10 // Weihnachtsbastelbuch für coole Kinder
„Reiße dieses Blatt in ganz, ganz viele Schnipsel und wirf sie in die Luft. Es schneit!!“ Im „kreativen Weihnachsbastelbuch“ ist Ausschneiden und Anmalen ausdrücklich erwünscht. Das Buch, eine Schnur, Buntstifte, Trinkhalme, Kleber und Schere bereitlegen, dann kann es losgehen: Gebastelt werden können etwa eine schöne Mini-Papierkette, ein 3D-Weihnachtsstern oder ein Brief an den Weihnachtsmann. Einen Weihnachtsbaum mit geschlossenen Augen ausmalen, das Spiel „Füttere den Schneemann“ herstellen oder einen Photo-Booth-Termin mit lustiger Requisite veranstalten – die Zeit vor dem Fest war selten so kurzweilig wie mit diesem coolen, stilvoll illustrierten Buch!
„Das kreative Weihnachsbastelbuch. Spielen, dekorieren, Spaß haben!“ von Lydia Crook (Knesebeck), 112 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in China. Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Crook: Das kreative Weihnachtsbastelbuch, Knesebeck 2017.

11 // Vielfältige kreative Aktivitäten rund ums Essen
Von nun an geht es am Küchentisch rund! Geniale Einfälle der britischen Illustratorin Louise Lockhart und deren umfangreiches Activity-Buch machen es möglich. Auf der ersten Doppelseite ist Platz für die Lieblingsspeisen, aber auch für eine schwarze Liste: „Was ich niemals essen werde“. Das wird absolut ernst genommen, aber es gibt auch ein „Tagebuch der Essens-Entdeckungen“, für das jeden Tag etwas gegessen werden soll, das man noch nie probiert hat. Es wird gekritzelt, wenn zum Beispiel der „Kühl-o-schranko“ für die Party beladen werden soll, und mit Sprache gespielt – etwa, wenn ein ABC zum Anbeißen erstellt wird. Und dann gibt es Platz für einen selbst gezeichneten Comic über das Leben eines Würstchens oder den Ess-Spion, der ein Familienmitglied ausspioniert und alles aufschreibt, was es an einem Tag isst. Mahlzeit!
„Essen ist fertig!“ von Louise Lockhart (Prestel), 142 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in der Slowakei (TBB, a.s.). Keine Angaben zur Herkunft des Papiers.

© Lockhart: Essen ist fertig!, Prestel 2017.

12 // Unbeständige Kunstwerke
Immer wieder mit neuen Kunstwerken können die beschichteten Krickel-Karten mit den drei mitgelieferten abwischbaren Stiften bemalt werden. 50 lustige Motive laden ein, das jeweilige Bild weiterzumalen und zu bekritzeln, dabei bleibt viel Platz für eigene kreative Ideen. Ideal zum Mitnehmen auf Reisen, für kurze und längere Wartezeiten oder einfach als Zwischendurck-Beschäftigung zu Hause.
„25 Krickel-Krakel Krickel-Karten“
(Oetinger), 25 Karten, 3 abwischbare Stifte, ab 4 Jahren. Keine Angaben zur Herstellung.

© 25 Krickel-Krakel Krickel-Karten, Oetinger 2016.

13 // Fröhliches Winter- und Weihnachtsbastelbuch
Liebevoll in angenehmen Farben illustriert ist dieses eigens für die Winter- und Weihnachtszeit konzipierte Bastelbuch von Frau Ottilie: Geschenkanhänger und Minibilder zum Ausschneiden, eine bunte Wimpelkette mit winterlichen Motiven, schöne Post- und Rezeptkarten zum Verschenken, Prints zum Aufhängen an die Kinderzimmerwand, Sternschablonen und Figuren zum Ausschneiden, um die schönste Weihnachtsdeko basteln zu können … das und einiges mehr findet sich darin. Frau Ottilie bietet übrigens auch ganz, ganz zauberhafte Weihnachtspostkarten an. Ein paar davon sind auf dem Titelbild zu sehen.
„DIY Winter- und Weihnachts-Bastelbuch“ und schöne Postkarten von Frau Ottilie, 56 S.. Klimaneutral gedruckt in Deutschland (bonitasprint GmbH, Würzburg) mit mineralölfreien Farben auf weißem Recycling-Papier.

© DIY Winter- und Weihnachtsbastelbuch, Frau Ottilie 2017.


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Gutes für Weihnachten – Geschenkideen für Kinder von 6 bis 10

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher, inspirierende Spiele und schöne Dinge für den täglichen Gebrauch – diesmal für Kinder von 6 bis 10 Jahren – ausgewählt. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert.

© Irene Maria Gruber

1 // Der Weihnachtsmann als Mitbewohner
Stell dir vor, der Weihnachtsmann steht am ersten Weihnachtstag morgens vor deiner Haustür und verkündet, er werde das nächste Jahr bei dir wohnen. Er halte es im Weihnachtsmanndorf hoch oben in Finnland nicht mehr aus, denn im Sommer kämen da schon die Touristen. Den Wetekamps ist genau das passiert: Der Weihnachtsmann zieht bei ihnen ein, seine Rentiere grasen im Garten, der Schlitten wird in der Garage versteckt, 7704 Weihnachtswichtel verrichten im Haus ihre Arbeit und halten ihre Hauptversammlung ab. Neugierige Nasen versuchen, hinter das Geheimnis der Wetekamps zu kommen und der Weihnachtsmann verliebt sich in die Nachbarin. Eine unterhaltsame Lektüre für die Weihnachtstage.
„Ein Rentier kommt selten allein. Unser Jahr mit dem Weihnachtsmann“ von Friedbert Stohner (dtv), 144 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in Deutschland (CPI, Ebner & Spiegel, Ulm) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

2 // Über die erste Programmiererin der Welt
Ada Lovelace (1815–1852) war die Tochter des Dichters Lord Byron und einer Mathematikerin. Die mathematisch begabte Ada interessierte sich für die technischen Innovationen der Industrialisierung und schmiedete Pläne für ein fliegendes, dampfbetriebenes Pferd. Mit 16 Jahren lernte sie Charles Babbage, den Erfinder der „Analytical Machine“, kennen. Für diesen Vorläufer des modernen Computers entwickelte Ada Lovelace ein komplexes Programm und gilt somit als erste Programmiererin der Welt. Die Engländerin Fiona Robinson hat die Biographie einer ungewöhnlichen Frau, die in digitale Welten entführt und Kinder mit Sicherheit höchst faszinierend finden, niedergeschrieben und diese auch in wundervollem Collagenstil illustriert.
„Ada Lovelace und der erste Computer“ von Fiona Robinson (Gerstenberg), 40 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in der Tschechischen Republik (GRASPO CZ, a.s., Zlín). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Robinson: Ada Lovelace, Gerstenberg 2017.

3 // Turbulenter Schneesturmtag in Berlin-Kreuzberg
Das Haus in der Diefe 93 in Berlin-Kreuzberg wird immer mehr eingeschneit, während sich der „tiefbegabte“ Rico und der hochbegabte Oskar auf den Weihnachtsabend vorbereiten. In Rückblenden erzählt Rico in seinem ganz eigenen, pragmatischen Stil vom Sommer. Als Oskar mit seinem Papa in Dänemark war, freundete er sich mit einer Gruppe Kinder an. Sie trafen sich in einem verlassenen Hinterhof, zerstritten sich nach der Rückkehr Oskars aber wieder, als dessen Souvenir aus Kopenhagen spurlos verschwunden war. Am Weihnachtsabend müssen Rico und Oskar eine Versöhnung und zwei Geburten managen. Und das alles, während der Schneesturm weiter tobt. „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ ist der vierte Band einer Reihe, in der Andreas Steinhöfel meisterhaft und herzerwärmend erzählt.
„Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ von Andreas Steinhöfel (Carlsen), 272 S., ab 10 Jahren.

4 // Allerhand Wissenswertes über die Erde
Hey, Erdbewohner, wollt ihr unseren wunderbaren Planeten entdecken? Den Planeten, den wir den Rest des Lebens mit uns mitschleppen, weil wir dank der Schwerkraft an ihm festkleben? Ausführlich, sachlich und originell erklärt Marc ter Horst unter anderem, wie die Erde entstanden ist, wo im Sonnensystem sie sich befindet oder welche Schichten es unter der Erdkruste zu entdecken gibt. Wir begeben uns auf eine Reise vom Regenwald zum Polarkreis, lernen, warum die Landschaften auf der Welt so unterschiedlich sind – und auch, warum sich unser Planet immer stärker erwärmt. Aufschlussreich für Klein und Groß!
„Wow – Die Erde!“ von Marc ter Horst (Carlsen), 116 S., ab 10 Jahren. Gedruckt in China auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label). Zum Ort der Herstellung findet sich keine Angabe.

© ter Horst: Wow – Die Erde!, Carlsen 2016.

5 // Auf Entdeckungsreise durch den Mikrokosmos
Unzählige winzige Wesen hausen in unserer Bettwäsche, auf unserer Haut oder in der Küche. Wir können sie nur mit Lupe oder Mikroskop sehen. Auch in den Tiefen des Ozeans zum Beispiel oder am Waldboden und in stillen Gewässern existieren unsichtbare Mikroökosysteme. In einem wissenschaftlich präzisen Kindersachbuch mit großen Bildtafeln werden interessierte Nachwuchsbiologen auf eine erkenntnisreiche Entdeckungsreise mitgenommen. Sie erfahren unter anderem, dass unser Leben auf dieser Erde ohne diese kleinen Lebewesen gar nicht möglich wäre. Daher die Aufforderung der Autoren: „Ekelt euch nicht, bewundert!“
„Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“
von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt (Jacoby & Stuart), 36 S., ab 9 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Rajcak/Laverdunt: Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere, Jacoby & Stuart 2016.

6 // Tiere im Winter
Für Tiere beginnt mit dem Winter eine schwierige Zeit. Sie haben ganz unterschiedliche Strategien entwickelt, um in der Kälte zu überleben – Zugvögel fliegen gar in den Süden. Aber was unternehmen Stand- und Strichvögel, um Nahrung zu finden? In seinem empfehlenswerten neuen Sachbuch erklärt der detailgenau arbeitende Illustrator Thomas Müller neben dem Verhalten der Vögel auch, welche Tiere sich durch dichtes Fell schützen, und was den Unterschied zwischen Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre ausmacht. Schön, dass als Abschluss herausgearbeitet wurde, was wir Menschen im Winter für die Tiere tun können. Höchst informativ und sehr ansprechend!
„Schneehuhn, Reh und Haselmaus“ von Thomas Müller (Gerstenberg), 64 S., ab 6 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Müller: Schneehuhn, Reh und Haselmaus, Gerstenberg 2017.

7 // Faszinierendes Dinosaurier-Museum
Dieses Buch zählt zu den eindrucksvollsten Büchern, die je für an Dinosauriern interessierte Kinder erschienen sind. Es ermöglicht eine Reise Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit und wirkt wie ein paläontologisches Museum, das zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich ist. Eine atemberaubende Anzahl prähistorischer Wesen aus über 30 Gattungen ist darin zu finden, von kleinen gefiederten Killern bis zu riesigen Pflanzenfressern. Die detailgenauen Illustrationen geben Einblick in Leben und Verhalten der Echsen, Sachtexte klären über Jagdmethoden und Verteidigungstechniken auf, und anhand von Weltkarten kann man nachsehen, wo die Fossilien gefunden wurden. Fast ein Muss für Dinosaurier-Fans.
„Das Museum der Dinosaurier“
von Lili Murray und Chris Wormell (Prestel), 112 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in China auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Murray/Wormell: Das Museum der Dinosaurier, Prestel 2017.

8 // Ubongo für Kinder
„Ubongo“
, den kniffeligen Legespaß mit einer Mischung aus Tetris- und Tangramformen, gibt es auch in einer Variante für Kinder ab 5 Jahren. Zebra, Chamäleon, Gnu, Löwe, Giraffe, Nilpferd, Schlange, Strauß und Affe wollen so schnell wie möglich an den richtigen Platz, jeweils zwei oder drei Teile müssen auf den Tafeln richtig angeordnet werden. Wer es zuerst schafft, bekommt glitzernde Edelsteine. Und wer am Ende des Spiels die meisten Edelsteine zählt, hat gewonnen. Kann mit dem großen „Ubongo“ kombiniert werden – dann können Groß und Klein miteinander spielen.
„Ubongo junior“
von Kosmos, 50 Legetafeln mit 100 Puzzles, 36 Legeteilen, 72 Edelsteinen, ab 5 Jahren. Hergestellt in

© Ubongo Junior, Kosmos.

9 // Der Aufstand gegen das Wollzeugs
Wer Lust auf eine kuriose, vergnügliche Geschichte hat, liegt mit dem Buch der Österreicherin Melanie Laibl richtig. Wenn die Badehosensaison zuende ist, werden Strumpfhosen, lange Unterhosen, Fäustlinge, Handschuhe, Strick- und Fleecemützen, Ohrenschützer, Stirnbänder, Stulpen, Schals und Loops ausgepackt und die Kinder viel zu warm angezogen. „Das alles braucht kein Mensch. Außer, er ist Nordpol-Forscher“, sind sich die Mitglieder des Vereins „Verkühl dich täglich“ sicher. Die fünf Freunde Nelly, Sophie, die Zwillinge Felix und Emil sowie der Erzähler Pauli nehmen sich vor, kein Wollzeugs mehr zu tragen – und dennoch keine Ohrenschmerzen zu bekommen. Doch im Laufe der Geschichte sinken die Temperaturen bis auf minus 10 Grad … Der Verein „Verkühl dich täglich“ existierte um 1930 tatsächlich, seine Mitglieder nahmen in frostigen Wintern herrliche Eisbäder in der Donau!
„Verkühl dich täglich“ von Melanie Laibl und Susanne Göhlich (Mixtvision), 80 S., ab 7 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Himmer GmbH, Augsburg). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Laibl/Göhlich: Verkühl dich täglich!, Mixtvision 2017.

10 // Eine Maus will nach Amerika
Im Hamburg des beginnenden 20. Jahrhunderts lebt eine schlaue kleine Maus, der durch unsichtbare Feinde Fallen gestellt werden. Als ihre Mäusefreunde nach und nach verschwinden, plant sie, in Hoffnung auf ein besseres Leben über den Atlantik nach Amerika aufzubrechen – doch das geeignete Fluggerät muss erst erfunden werden. Detailverliebt erzählt Bastian Pastewka die abenteuerliche Geschichte der fliegenden Maus, die als Hörbuch beinahe noch faszinierender wirkt als im wunderbar illustrierten Bilderbuch. Charles Augustus Lindbergh jr. war übrigens ein US-amerikanischer Pilot und Pionier der Luftfahrt. Ihm gelang es als erster, den Atlantik ohne Zwischenlandung zu überqueren.
„Lindbergh“ von Torben Kuhlmann (Der Hörverlag), 1 CD, 43 Minuten, ab 5 Jahren.

11 // Holzkugelautomat und Bingospiel
Das japanische Label kiko+ (eine Marke des Herstellers Kukkia) stellt hochwertiges, gut durchdachtes und teilweise höchst ausgefallenes Holzspielzeug her, das sich durch lange Lebensdauer auszeichnet. Bei der Herstellung des Kinderspielzeugs wird auf nachhaltige und schadstofffreie Werkstoffe geachtet. Gatcha Gatcha ist ein bezaubernder Spielautomat, der einen besonderen Platz im Kinderzimmerregal verdient. Beim Drehen des Sterns spuckt er eine nummerierte Kugel aus. Bingokärtchen sind in einem schönen Stoffsäckchen im Lieferumfang enthalten.
„Gatcha Gatcha“
von kiko+, 1 Holzautomat, 50 bunte Holzkugeln und 1 Säckchen mit 30 Spielkarten, ab 3 Jahren. Hergestellt in China aus Buchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit FSC-Siegel.

© Gatcha Gatcha, kiko+.

12 // Unbedenkliche Nagellacke für Kinder
Da Kinder – gerade wenn es um Mode geht – gerne Erwachsene nachahmen, hat das französische Unternehmen Nailmatic kinderfreundliche Nagellacke auf Wasserbasis kreiert, die für die Kleinen unbedenklich sind. Auf dem Bild zu sehen sind drei Farben aus der ansprechenden Palette: Sheepy (Clear Raspberry Glitter), Rio (Mint Green) und Piglou (Lilac Glitter). Ein Nagellackentferner kommt übrigens nicht zum Einsatz, der Lack wird einfach mit Seife und Wasser abgewaschen.
„nailmatic KIDS Nagellack“
von nailmatic. Hergestellt in Frankreich auf Wasserbasis, frei von schädlichen Stoffen wie Phthalaten, Formaldehyd, Tolulol, Bisphenol A (BPA) oder Duftstoffen.

13 // Unterirdische Welten
Die Erfolgsautoren des vielgelobten Landkartenbuchs „Alle Welt“ beschäftigen sich im großformatigen Buch „Unter der Erde – Tief im Wasser“ einerseits mit unterirdischen Geheimnissen, andererseits mit der faszinierenden Unterwasserwelt. Im Erdreich begegnen wir zuerst Höhlenforschern, Bergleuten und U-Bahn-Passagieren, finden Radieschen, Pastinaken, Fossilien und andere Schätze und stoßen auf Erdgas, ehe wir uns schließlich bis zum glühenden Erdkern vorgearbeitet haben. Auf der Wasserseite begeben wir uns in die tiefsten Meere und Ozeane, sehen, wie Bohrinseln funktionieren, tauchen zum Wrack der Titanic oder bewundern Korallenriffe. Ein unglaublich tolles Werk!
„Unter der Erde – Tief im Wasser“
von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski (Moritz), 112 S., ab 7 Jahren. Gedruckt in Polen (Druk-Intro SA, Inowrocław) auf auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Mizielinska/Mizielinski : Unter der Erde – Tief im Wasser, Moritz 2016.

14 // Coole Musik für die Toniebox
Endlich gibt es auch Tonies mit guter Musik! Für „Unter meinem Bett 1“ (es gibt bereits zwei Nachfolgealben) haben sich 13 der bekanntesten Singer/Songwriter Deutschlands – darunter Bernd Begemann, PeterLicht, Olli Schulz und Francesco Wilking – zusammengetan, um eine Kinderlieder-Platte zu machen. Das allein ist natürlich noch keine Erfolgsgarantie, aber die Songs machen Groß und Klein wirklich Spaß und bieten eine angenehme Abwechslung zum sonst oft eintönigen Kinderliederbrei. So soll es sein!
„Tonie Unter meinem Bett“ von tonies, 43 Minuten Laufzeit, ab 4 Jahren. Hergestellt in Tunesien. Zur Herkunft des Materials findet sich keine Angabe.

15 // Schätzen auf der Spur
Wie versteckt man Schätze, wie gehen sie verloren und wie werden sie wieder gefunden? Von berühmten Schatzsuchern und ihren abenteuerlichen Reisen – vom versteckten Grab des Dschingis Khan über die verschollene Beute der Berliner Bankräuberbrüder Sass bis hin zu den wertvollen Fabergé-Eiern der russischen Zaren – erzählt dieses Buch, das bei Kleine Gestalten erschienen ist. Mit zahlreichen abenteuerlichen Geschichten und den ansprechenden farbenfrohen Illustrationen können sich interessierte Kinder auf eine außergewöhnliche Reise um die Welt begeben.
„Die größten Schätze aller Zeiten“
von Raphael Honigstein und Caroline Attia (Kleine Gestalten), 96 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Nino Drukc GmbH, Neustadt/Weinstraße) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Honigstein/Attia : Die größten Schätze aller Zeiten, Kleine Gestalten 2017.

16 // Paare zum Verwechseln ähnlich
Ist das nun eine Eule oder ein Uhu? Was sind die Unterschiede zwischen einer Ess- und einer Rosskastanie? Warum sollte man genau genommen nicht von Holland, sondern von den Niederlanden sprechen, wenn man das ganze Land meint? Wie nennt man ein Baby vor seiner Geburt – Fötus oder Embryo? Was ist die Iris, was genau die Pupille? Auch Erwachsene haben manchmal Probleme beim Erklären. Die Autoren dieses Buches widmen sich zum verwechseln ähnlichen Paaren aus Natur und Alltag und erklären auf derart unterhaltsame Art und Weise, dass man sich die Unterschiede sehr leicht merken kann.
„Eule oder Uhu?“
von Emma Strack und Guillaume Plantevin (Knesebeck), 112 S., ab 8 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Strack/Plantevin : Eule oder Uhu?, Knesebeck 2016.

17 // Auf Leitern von Eisscholle zu Eisscholle
Djeco
hat eine besonders schöne Variante des klassischen Brettspiels „Schlangen und Leitern“ im Sortiment. Hier tummeln sich Pinguine auf Eisschollen und versuchen, zum Sardinenbarbecue zu gelangen. Gewonnen hat jener Pinguin, der zuerst das Zielfeld erreicht – aber das ist gar nicht so einfach! Bei Leitern darf er zwar nach oben hüpfen, lustige Tiere mit Fangnetz können ihn aber auch wieder weiter unten absetzen. Ein Spaß für die ganze Familie.
„Snakes and Ladders“
von Djeco, 1 Brett, 1 Würfel, 4 Spielfiguren, ab 5 Jahren. Hergestellt in China. Zur Herkunft des Materials findet sich keine Angabe.

18 // Verrückte Kriminalfälle
So mancher Friseur redet gerne viel – auch Pellepau ist ein solcher. Seine Kunden müssen sogar Geschichten hören, wenn sie die Haare geschnitten bekommen wollen. Die Geschwister Tom, Susi und Manfred freuen sich besonders, denn ihnen erzählt Pellepau die haarsträubenden Geschichten über Kriminaloberhauptkommissar Hummel. Dessen Fälle sind wirklich verrückter, als man zu denken wagt: Einmal verhaftet er einen Berg, dann den Kölner Karneval, den gestohlenen Eiffelturm klaut er zurück und schließlich überführt sich Hummel sogar selbst. Urkomisch!
„Sieben haarsträubende Fälle für Kommissar Hummel“ von Daniel Napp (Boje), 144 S., ab 8 Jahren.

© Napp : Sieben haarsträubende Fälle für Kommissar Hummel, Boje 2017.


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Gutes für Weihnachten – Geschenkideen für Kinder von 3 bis 6

Weihnachten steht vor der Tür, und für alle die, die Gutes schenken wollen, hat Irene Maria Gruber ein paar feine Bücher, inspirierende Spiele und schöne Dinge für den täglichen Gebrauch – diesmal für Kinder von 3 bis 6 Jahren – ausgewählt. Da viele beim Kaufen auf die Herkunft der Produkte achten, sind die verfügbaren Daten angegeben; zumindest ein Teil der vorgestellten Dinge wird ökologisch und nachhaltig produziert.

© Irene Maria Gruber

1 // Weihnachtsbaumsuche mit Dr. Brumm
An einem kalten, sonnigen Weihnachtstag sucht sich Dr. Brumm gemeinsam mit seinen Freunden Pottwal und Dachs den schönsten Weihnachtsbaum aus. Doch dann kommt ihnen Bauer Hackenpiep in die Quere. Obwohl der sagt, der Baum dürfe nicht gefällt werden, klaut ihn er sich selbst! Später schleichen sich die drei Freunde in Hackenpieps Haus, um den Weihnachtsbaum zurückzuholen – und es wäre so einfach zu schaffen, stünde da nicht eine leckere Weihnachtsgans im Ofen! Zusätzlich zu dieser aufregenden Weihnachtsstory liest Peter Kaempfe eine weitere Geschichte vor: Dr. Brumm schaut sich im Fernsehen ein spannendes Fußballspiel an, doch plötzlich ist das Bild verschwunden. Sehr amüsant!
„Dr. Brumm feiert Weihnachten & versteht das nicht“ von Daniel Napp (Silberfisch), 1 CD, 35 Minuten, ab 4 Jahren.

2 // Weihnachtsfest mit Hindernissen
Schöne Bescherung! Im Wald treibt jemand sein Unwesen. Die Plätzchen des Eichhörnchens sind verschwunden, die Lichterkette des Igels ist weg, dem Hasen fehlen die Christbaumkugeln, dem Fuchs der Plattenspieler und dem Dachs das Punschfass. Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit diesem Weihnachtsfest, da sind sich die Tiere einig. Zusammen mit der alten, müden Eule folgen sie den Spuren, die in den tief verschneiten Wald hineinführen und kommen zum Haus des Bären, dessen geheimer Plan tatsächlich aufgegangen ist: gemeinsam mit allen Waldbewohnern ein fröhliches Fest zu feiern. Ganz großartig!
„Wer hat Weihnachten geklaut?“ von Fabiola Nonn und Amélie Jackowski (Thienemann), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print, Riga) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Nonn/Jackowski: Wer hat Weihnachten geklaut?, Thienemann 2017.

3 // Fröhlich in die stille Nacht
Eines der beeindruckendsten Weihnachtsbücher des heurigen Jahres ist im Gerstenberg Verlag erschienen. In ihrem unverkennbaren Stil zeichnet die in Wien geborene und in Norddeutschland aufgewachsene Julie Völk von der Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Durch eine im Schnee versunkene Landschaft fährt eine Karawane daher, ein Zirkus. Er macht nicht in der kleinen Stadt Halt, sein Ziel ist ein allein stehendes Häuschen, wo Mutter und Tochter bereits warten. Gemeinsam wird ausgelassen gefeiert – und als die Gäste wieder fortziehen, bleibt der Vater bei seiner Familie. Mit ihren feinen Zeichnungen hat Völk die Stille der Weihnacht eingefangen, ohne ein einziges Wort aufzuschreiben. Die Wege der Menschen zeichnet sie durch Spuren im Schnee nach, die Wärme als Kontrast zur Kälte ist nicht nur anhand von warmem Lichtschein zu spüren, sondern auch in den Gesichtern der Menschen. Ein Meisterwerk.
„Stille Nacht, fröhliche Nacht“ von Julie Völk (Gerstenberg), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in der Slowakei (TBB a.s., Banská Bystrica). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Völk: Stille Nacht, fröhliche Nacht, Gerstenberg 2017.

4 // Tiere im Winter
„Im Sommer ist alles so einfach. Es ist warm – wir Menschen schlecken Eiscreme, und für die Tiere gibt es leckeres Futter: Würmer, Pflanzen und Früchte.“ Doch wie leben Tiere im Winter? Dieser Frage widmet sich ein kleines, feines Sachbuch mit detailgenauen Illustrationen. Gezeigt wird etwa, wie Eichhörnchen Haselnüsse und Eichelhäher Eicheln sammeln, um sich einen Wintervorrat zu schaffen. Dann ist von Zugvögeln und Winterfellen die Rede, und schließlich gibt es auch Tiere, die schlichtweg auf den Winter pfeifen. Zu denen gehören das Murmeltier, der Igel und die Fledermaus oder auch jene Tiere, die Winterstarre halten. Die kurzen Sachtexte sind informativ und doch recht einfach gehalten – eine sehr gut gelungene Übersicht über den Winter in der Tierwelt.
„Bald wird es kalt! Wie Tiere im Winter leben“
von Monika Lange und Steffen Walentowitz (FISCHER Sauerländer), 32 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in Österreich (Christian Theiss GmbH, St. Stefan im Lavanttal) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Lange/Walentowitz: Bald wird es kalt!, FISCHER Sauerländer 2017.

5 // Fuchs und Bär und Weihnachtsstern
„Warum gackert die Gans? Warum streicht der Fuchs ums Haus?“ Der Bär, der mit einer Gans und einem Seidenhuhn zusammenwohnt, ist aufgewacht. Da klopft der Fuchs auch noch an die Tür und bittet um Einlass. Den darf der mitfühlende Bär dem frierenden Fuchs nicht gewähren, er kann das Tier aber auch nicht wegschicken. Schließlich geht der Bär mit dem Fuchs durch den verschneiten Wald und versucht, ihm zumindest einen kleinen Wunsch zu erfüllen: einen leuchtenden Stern vom Baum zu holen. Der Bär erfährt, dass seine Tat genau die Gefühle auslöst, die sinngebend für das Weihnachtsfest sind. Den Fuchs hört man in der Nacht nicht mehr heulen, sondern singen.
„Der kleine Bär und der Weihnachtsstern“ von Antonie Schneider und Jana Walczyk (Nilpferd im G & G Verlag), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Slowenien (Imprint, Ljubljana) auf chlorfrei gebleichtem Papier.

© Schneider/Walczyk: Der Bär und der Weihnachtsstern, Nilpferd im G&G Verlag 2017.

6 // Goldenes Grüffelo-Jubiläum
Zunächst existiert der Grüffelo nur in der Fantasiewelt einer listigen Maus. Erfolgreich vertreibt das Nagetier gefährliche Tiere, indem es ihnen Begegnungen mit dem imaginären Grüffelo androht. Doch dann steht das Ungeheuer tatsächlich vor der kleinen Maus. „O Schreck, o Graus, ich fürcht mich so, es gibt ihn doch, den Grüffelo!“ Die Maus behält jedoch die Nerven und zwingt das Monster in einem spannenden Finale sogar zur Flucht! Nicht umsonst gehört dieses Bilderbuch seit 1999 zu den Bestsellern. Heuer, anlässlich Axel Schefflers 60. Geburtstag, ist das Buch in einer gold glänzenden Ausgabe erschienen, die sich perfekt als Weihnachtsgeschenk eignet. Und das kommt sehr gut auch ohne Verpackung aus!
„Der Grüffelo“ von Axel Scheffler und Julia Donaldson (Beltz & Gelberg), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in China. Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Scheffler/Donaldson: Der Grüffelo, Beltz & Gelberg 2017.

7 // Geschickt kombiniert ist richtig sortiert
Die Kreise, Blumen, Quadrate und Sterne auf dem kleinen Farbsortierbrett sollen entsprechend der Vorlage verschoben werden. Das erfordert nicht nur Konzentration und Geschicklichkeit, sondern auch Kombinationsvermögen. Ein wirklich schönes, gut verarbeitetes Holzspielzeug mit Mehrwert.
„Farbsortierbrett“ von Goki, 1 Farbsortierbrett und 18 Vorlagebrettchen, ab 4 Jahren. Zur Herstellung finden sich auf dem Produkt keine Angaben.

© Farbsortierbrett, Goki.

8 // Glückliches Stricken
In einer tristen kleinen Stadt, die weiß vom Schnee und schwarz vom Ruß der Schornsteine ist, findet ein Mädchen namens Annabelle eine Truhe voller Wollgarn – wie sich herausstellt, ist es eine Truhe voller Glück, denn das Garn bringt Farbe in das Leben der Stadtbewohner. Zuerst strickt Annabelle bunte Pullover für sich und ihren Hund, und als noch Garn übrig ist, bekommen auch Annabelles Freunde, Eltern und Nachbarn Wollpullover. Da das Garn immer noch nicht zu Ende ist, umstrickt das Mädchen schließlich sogar die farblosen Häuser. Ein aufmerksam gewordener mürrischer Erzherzog beansprucht das Garnkästchen für sich, in seinen Händen aber ist es plötzlich leer … Ein zauberhaftes Buch, das nicht genug gelobt werden kann!
„Extra Garn“ von Mac Barnett und Jon Klassen (Freies Geistesleben), 48 S., ab 5 Jahren. Gedruckt in Deutschland (Grafisches Centrum Cuno, Calbe). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Barnett/Klassen: Extra Garn, Freies Geistesleben 2013.

9 // Modernes Märchen mit Bergsehnsucht
Schneewittchen ist in diesem modernen Märchen eine Oma, die in den Bergen wohnt, und mit ihren sieben Enkelkindern via Skype kommuniziert. Die 7 wollen die Großmutter unbedingt besuchen, denn in den Bergen liegt Schnee, doch ständig kommt etwas dazwischen: zuerst die Windpocken, dann eine ertragreiche Apfelernte – denn die allein erziehende Mutter ist Apfelverkäuferin und muss die Mengen anbringen –, schließlich ein kaputtes Auto. Inzwischen kommt die Mutter sichtlich erschöpft vom Einkaufen nach Hause, dann sieht man sie mit ihrer ganz normalen Mamafigur und Tattoos im Bikini, auch stillend entdeckt man sie auf einem Bild. Zum Schluss kommt der Eisverkäufer und hilft, dass das Märchen gut ausgeht und die Kinder mit ihrer Oma im Schnee toben können. Ein hochwertiges, glitzerndes Buch aus dem großartigen Kunstanst!fter Verlag.
„Vor den 7 Bergen“
von Mareike Engelke und Annette Feldmann (Kunstanst!fter), 36 S., ab 4 Jahren. Klimaneutral gedruckt in Deutschland (Großbuchbinderei Josef Spinner, Ottersweier) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Engelke/Feldmann: Vor den 7 Bergen, Kunstanst!fter 2017.

10 // Fantastische Tiere nachlegen
Dieses Legespiel von Djeco ist in vielerlei Hinsicht zu empfehlen: Stabile Holzsteine in verschiedenen Formen und schönen Farben sollen anhand von den Vorlagen in drei Schwierigkeitsstufen Schritt für Schritt zu wirklich tollen Tieren gelegt werden. Das macht unglaublich viel Spaß, regt die Kreativität an und trainiert die Konzentrationsfähigkeit.
„Ze Géoanimo“
von Djeco, 20 Vorlagekarten und 29 Holzsteine, 30 Teile, ab 3 Jahren. Hergestellt in China. Zur Herkunft des Materials findet sich keine Angabe.

© Ze Géoanimo, Djeco.

11 // Tonies individuell bespielt
Die empfehlenswerte Tonie-Box (die bereits getestet wurde) kann nicht nur mit den schon vom Hersteller bespielten Hörfiguren genützt werden, sondern auch mit den kunterbunten unbespielten Kreativ-Tonies, zu denen sich aktuell eine Oma und ein Opa gesellt haben. Und die wiederum bieten Raum für unendliche Ideen: Entweder kann man die Kreativ-Tonies über die Tonie-Cloud mit selbst aufgenommenen Inhalten bespielen, oder man lädt Hörspiele oder Musik aus der eigenen Sammlung darauf. Ich erinnere mich mit Freuden an meinen guten alten Kassettenrecorder, mit dem ich viele Stunden verbracht habe. Auch Freunde und Verwandte – egal, wo sie wohnen – können Zugriff auf die Tonie-Cloud bekommen und die Tonies mit ihren Stimmen bespielen. Genial!
„Kreativ-Tonies“ von tonies, 90 Minuten Laufzeit, ab 4 Jahren. Hergestellt in Tunesien. Zur Herkunft des Materials findet sich keine Angabe.

12 // Weihnachtliche Figuren aus Dänemark
Das dänische Unternehmen OYOY, das 2012 von Lotte Fynboe gegründet wurde, stellt in Bezug auf Design, Funktion und Materialien qualitativ hochwertige Produkte für Erwachsene und Kinder her. Unter der Weihnachtsdekoration, die skandinavisch schlicht gehalten ist, finden sich etwa die mit Liebe designten, aus Bio-Baumwolle hergestellten lustigen Christbaumfiguren oder die kleine, feine Holzelfe zum Aufstellen oder Aufhängen.
„Christmas Mini Figures“ und „Christmas Elf Nature“ von OYOY. Designed in Dänemark, hergestellt in Indien aus 100% GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle bzw. aus einem Mix aus Birken- und Eichenholz.

13 // Der Fuchs auf Christkindsuche
Vor dem Weihnachtsfest steigt die Spannung: Wird das Christkind kommen? Wird es Geschenke bringen? An einem frostigen Morgen streift ein Fuchs durch den magischen Winterwald und belauscht zwei Kinder, die sich über das Christkind, das in zwei Tagen kommen soll, unterhalten. Von diesem Zeitpunkt an möchte der Fuchs alles über das Christkind erfahren und befragt die Tiere, denen er begegnet. In der Hoffnung, das Christkind in den Wald locken zu können, gräbt der Fuchs schließlich Muster in den Schnee. Und dann lädt er alle Tiere des Waldes ein, um gemeinsam zu warten, und es wird die wohl schönste, friedlichste Nacht des Jahres.
„Wie der kleine Fuchs das Christkind sucht“ von Florence Dailleux und Ulrike Motschiunig (G & G Verlag), 32 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in Slowenien (Imprint, Ljubljana). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

Dailleux/Motschiunig: Wie der kleine Fuchs das Christkind sucht, G&G Verlag 2017.

14 // Ein roter Pullover im Winterwald
„An einem eisigen Wintertag flatterte Vater Rabe aufgeregt zum Nest zurück. In seinen Krallen trug er einen kleinen roten Kinderpullover.“ Anders als er ist die Rabenmutter nicht der Meinung, dass sich das Kleidungsstück als Dach für ihr Nest eignet. Also landet der Pullover am Waldboden im Schnee. Nacheinander finden und untersuchen Hase, Eichhörnchen, Fuchs und Maus den Pullover. Der Mäusefamilie, deren Nest durch Waldarbeiter beim Bäumefällen zerstört worden war, dient das warme Oberteil sogar als Schlafstätte. Am nächsten Morgen findet der Förster den Pullover und identifiziert ihn als den seines Sohnes – gleichzeitig entdeckt er einige rätselhafte Spuren.
„Der kleine rote Pullover“ von Brigitte Weninger und Katharina Sieg (Annette Betz), 32 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Tschechien (Finidr, s. r. o., Český Těšín). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Weninger/Sieg: Der kleine rote Pullover, Annette Betz 2017.

15 // Die Weihnachtsgeschichte für Kinder nacherzählt
Inhaltlich orientiert sich die von Susanne Göhlich in ihrem bekannt freundlichen Stil illustrierte Weihnachtsgeschichte am bliblischen Original, doch Sabine Zett hat den für Kinder schwer verständlichen Text in erfrischend neue Worte gefasst. Mit diesem Bilderbuch kann am Weihnachtsabend auch kleineren Kindern von Maria und Josef, ihrer Herbergssuche in Betlehem, der Geburt Jesu und den drei Weisen vorgelesen werden.
„Die Weihnachtsgeschichte“ von Sabine Zett und Susanne Göhlich (Herder), 32 S., ab 3 Jahren. Gedruckt in der Tschechischen Republik (Graspo, Zlín). Zur Herkunft des Papiers findet sich keine Angabe.

© Zett/Göhlich: Die Weihnachtsgeschichte, Herder 2017.

16 // Weihnachtslieder interaktiv erleben
Das tiptoi®-Buch „Meine schönsten Kinderlieder“ ist bei meinen drei Kindern ein Dauerbrenner. Nun ist der logische Folgeband dazu erschienen. „Meine schönsten Weihnachtslieder“ vereint die bekanntesten Advent-, Winter- und Weihnachtslieder angefangen von „Fröhliche Weihnacht überall!“ über „Lasst uns froh und munter sein“ und „Jingle Bells“ bis hin zum traditionellen „Stille Nacht“. Die Lieder und Interessantes über die Advent- und Weihnachtszeit können mit dem tiptoi®-Stift abgespielt werden. Ein Tipp an alle Eltern: Das Buch bereits zum Nikolo schenken, bis zum Neujahr Weihnachtslieder mitträllern, und dann das Buch heimlich, still und leise verschwinden lassen – bis zum Wiedersehen im nächsten Advent!
„tiptoi® – Meine schönsten Weihnachtslieder“ von Kerstin M. Schuld und Cornelia Neudert (Ravensburger), 24 S., ab 4 Jahren. Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).

© Schuld/Neudert: tiptoi® – Meine schönsten Weihnachtslieder, Ravensburger 2017.


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