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Kinderbücher: Wozu brauchen wir die Bienen in der Natur?

Kinderbücher über Bienen kann es gar nicht genug geben. Allesamt vermitteln sie nämlich, warum diese fleißigen Insekten schützenswert sind, und weshalb wir unbedingt wachsam sein müssen. Neben dem zurecht vielfach ausgezeichneten Sachbuch „Bienen“ von Piotr Socha, das bereits als Klassiker bezeichnet werden kann, werden in diesem Artikel aktuelle Titel für Kindergartenkinder und fleißige Leser präsentiert.

1 // Bienen sind Insekten, die fliegen und summen, und manche davon machen auch Honig. Wie das geschieht, wie Bienen aus der Nähe aussehen und ob man Angst davor haben muss, gestochen zu werden, erfährt man in diesem etwas anderen Sachbuch für Kindergartenkinder. Die zentrale Frage ist auch der Titel des Buches: Warum brauchen wir Bienen eigentlich überhaupt, weshalb sind sie so wichtig für die Erde? „Weil sie Pollen von einer Pflanze zur nächsten tragen und sie ihnen so beim Wachsen helfen“, ist die einfache Antwort. Details dazu erfährt man – wie auf allen Seiten dieses höchst ansprechend illustrierten Buches – unter den großzügig gestalteten stabilen Klappen. Ganz aufschlussreich sind übrigens auch die Einblicke in einen Bienenstock.

© Pym/Daynes: Erstes Aufklappen und Verstehen – Warum brauchen wir Bienen?, Usborne 2018.

„Erstes Aufklappen und Verstehen – Warum brauchen wir Bienen?“ von Christine Pym und Katie Daynes (Usborne, 12 S., ab 4 J.). Gedruckt auf Papier mit FSC-Mix Label. Keine Angabe zum Herstellungsort.

2 // In der Bücherbär-Reihe des Arena Verlags erscheinen seit nunmehr 25 Jahren wunderbare Titel für Erstleser. Die „Sachwissen Natur“-Bücher zeichnen sich durch einfache Sachtexte aus. Auch das neu erschienene Buch über die Honigbiene ist aufgrund der großen Fibelschrift besonders für Leseanfänger in den ersten beiden Schuljahren geeignet. Wo leben Drohnen, Arbeiterinnen und Königinnen, welche Aufgaben haben sie? Was ist der Hochzeitsflug und wie sorgen die Bienen für Nachwuchs? Wie macht der Imker Honig? Viele Sachinformationen, Fragen zum Leseverständnis und eine kurze Bienengeschichte runden das für selbstständige Leser ergiebige Gesamtpaket ab.

© Reichenstetter/Döring: So leben die Tiere. Die Honigbiene, Arena 2017.

„So leben die Tiere. Die Honigbiene“ von Friederun Reichenstetter und Hans-Günther Döring (Arena, 48 S., ab 6 J.). Gedruckt in Deutschland (Westermann Druck Zwickau GmbH) auf Papier mit FSC-Mix Label.

3 // Ein äußerst ansprechend gestaltetes Sachbuch im handlichen Querformat beschäftigt sich mit zentralen Fragen über Bienen: „Wer lebt in einem Bienenstock? Können Bienen tanzen? Wie wird aus Nektar Honig gemacht? Warum sollten wir Bienen schützen?“ Und über allen anderen Fragen seht wohl die wesentlichste, und selbst die bleibt nicht unbeantwortet: „Warum diese besondere Begeisterung für Bienen?“ Wer sich dieses wichtige Buch zu Gemüte führt, weiß bald, warum diese Insekten derart wichtig für unsere Umwelt sind, dass sie Einfluss auf Pflanzen und Tiere weltweit haben – und auch, dass sowohl der Klimawandel und der Verlust des Lebensraums als auch Krankheiten und Pestizide Gründe für das besorgniserregende Bienensterben sind.

© Milner: Das Buch der Bienen, Dorling Kindersley 2018.

„Das Buch der Bienen“ von Charlotte Milner (Dorling Kindersley, 48 S., ab 5 J.). Gedruckt in China (Leo Paper Products). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

4 + 5 // Im vierten Band der Erstlesebücher, in denen sich die kleine Leonie Looping zur Schmetterlingselfe verwandelt und spannende Abenteuer erlebt, bekommen die Leser mit, warum es problematisch ist, wenn der Honig knapp wird. Imker Fleißig hat keine Ahnung, warum seine Bienen keinen Pollen mehr sammeln wollen. Da schleichen sich Leo und die Schmetterlingselfen in den Bienenstock und erfahren, dass die Insekten das Spritzmittel von Bauer Grünkohl nicht vertragen. Schließlich bittet die Bienenkönigin Leo um Hilfe. In einer spannenden Mission versucht sie gemeinsam mit ihren Freunden, den Bauern umzustimmen. Ein sehr ernstes Thema wurde hier in eine für manchen Geschmack vielleicht etwas zu liebliche Szenerie verpackt. Leonie Looping hat aber mit Sicherheit ihre Fans! Die Geschichte ist übrigens auch als nett produziertes Hörspiel erhältlich.

© Stronk/von Kitzing: Leonie Looping – Das Rätsel um die Bienen/Der verrückte Schrumpferbsen-Unfall & Das Rätsel um die Bienen, Ravensburger/Jumbo 2018.

„Leonie Looping – Das Rätsel um die Bienen“ von Cally Stronk und Constanze von Kitzing (Ravensburger, 100 S., ab 7 J.). Gedruckt auf Papier mit FSC-Mix Label. Keine Angabe zum Herstellungsort.

„Leonie Looping – Der verrückte Schrumpferbsen-Unfall & Das Rästsel um die Bienen“ von Cally Stronk und Constanze von Kitzing, gesprochen von Katinka Kultscher (Jumbo, Ravensburger, 1 CD, Gesamtspielzeit 01:04:29).

6 // Die Geschichte von Juni, ihren Geschwistern und den Nachbarskindern spielt im Sommer, und wie es in richtigen, entspannten Sommergeschichten so üblich ist, müssen die Dorfkinder einen kleinen Kriminalfall lösen. Und dieser dreht sich um Bienen: Zu Beginn der Ferien wird zuerst ein Opa adoptiert, dann erbt Elfe einen Bienenstock, um den sich die Kinder gemeinsam kümmern wollen. Plötzlich bemerken sie aber, dass der gute Honig aus dem Bienenstock gestohlen wird. Wer aus dem Dorf ist verdächtig? Jeder, der gerne Süßes isst? Eine spannende, witzig erzählte Suche nach dem Honigdieb beginnt.

© Steinleitner/Steinleitner: Juni und der Honigdieb, Arena 2018.

„Juni und der Honigdieb“ von Jörg und Jona Steinleitner (Arena, 160 S., ab 8 J.). Gedruckt in Deutschland (Westermann Druck Zwickau GmbH) auf Papier mit FSC-Mix Label.

7 // „Man konnte sie nicht einfach nur kurz ansehen, um dann sofort ein Urteil zu sprechen, wie bei einem Hund zum Beispiel. […] Die Augen von Bienen waren riesengroß. Aber nie hatte man das Gefühl, sie sahen einen an, nie dachte man, jetzt reagierten sie auf irgendetwas, nie entdeckte man in diesen Augen Freude, Angst oder Wut. Bienen blieben auf Distanz. Bienen schloss man nicht einfach in sein Herz. Aber dann eben doch.“ Als Josy den Bienenstock ihres verstorbenen Opas erbt, ist sie zuerst überrumpelt, doch dann lernt das Mädchen Alma, eine Imkerin und Freundin ihres Opas, kennen. Gegen den Willen ihrer Mutter möchte sich Josy um die Insekten kümmern. Ihr Enthusiasmus entfaltet sich in einer spannenden Geschichte, und kursiv gedruckte Einschübe geben aufschlussreiche Einblicke in Josys Bienenstock. Sachwissen wird hier auf solch ungewöhnliche Weise dargeboten, die es absolut Wert ist, gelesen zu werden.

„Das Jahr, als die Bienen kamen“ von Petra Postert (Tulipan, 192 S., ab 10 J.). Gedruckt in Deutschland (GGP Media GmbH, Pößneck) auf Papier mit FSC-Mix-Label.

8 // „Alles auf der Welt ist miteinander verknüpft. Zarte, fast unsichtbare Fäden halten sie im Gleichgewicht. Greifen wir in die Natur ein, lösen wir eine Kettenreaktion aus, meist mit unabsehbaren Folgen.“ Zwei der 18 Geschichten, die von wissenschaftlichen Erkenntnissen und historischen Dominoeffekten erzählen, handeln von Bienen. Viele Jahrhunderte lang wussten die Menschen nicht, welche Grundzutat im Honig steckt. Das, was Forscher schließlich herausgefunden haben, fasziniert jeden, und davon erzählt das Kapitel „Die Reise der Biene: Italien – Neuseeland und zurück“. Der Leser erfährt, dass italienische Imker auf der Jagd nach einer immer fleißigeren Biene diverse Arten kreuzten, und damit nur schwächere Bienen heranzüchteten. In Neuseeland schließlich fanden Insektenforscher doch noch ein rein italienisches Bienenvolk, das besonders leckeren Honig herstellt. Die zweite Bienengeschichte „Das wahre Eldorado“ handelt zur Zeit der Eroberungszüge der Spanier in Mittel- und Südamerika. Sie erzählt davon, wie die Spanier Dutzende von Bienenstöcke in die neue Welt brachten und enttäuscht waren, weil die Bienen in der Hitze weniger Nektar als in Europa sammelten. Sie mussten handeln, kreuzten Bienenarten – und auch hier wurde viel Unheil angerichtet Sehr lesenswert ist dieses ambitionierte Sachbuch, in dem unter anderen auch Schmetterlinge, Kaninchen, Katzen, Schafe oder der Kabeljau Hauptrollen spielen.

© Accinelli/Viola: Der Dominoeffekt oder die unsichtbaren Fäden der Natur, FISCHER Sauerländer 2017.

„Der Dominoeffekt oder die unsichtbaren Fäden der Natur“ von Gianumberto Accinelli und Serena Viola (FISCHER Sauerländer, 136 S., ab 9 J.). Gedruckt in Deutschland (aprinta druck GmbH, Wemding) auf Papier mit FSC-Mix-Label.

9 // Es gibt wohl einige empfehlenswerte Kindersachbücher über Bienen, aber dass bis dato ein derart umfassendes, kluges und gleichzeitig schön anzuschauendes Werk wie jenes des polnischen Illustrators Piotr Socha erschienen ist, wage ich zu bezweifeln. Sochas Vater war Imker, daher rührt vermutlich diese enorme Dichte an Detailwissen, das hier mit einer ordentlichen Portion Witz präsentiert wird. Und über Bienen sollten wir alle ein wenig mehr wissen, haben sie doch beträchtliche ökologische Bedeutung. Schwer zu sagen, was man in diesem Buch nicht erfährt. Auf den 36 Tafeln (die auf den ersten Blick antiquiert wirken, auf den zweiten atemberaubend modern) lernt man von den Zusammenhängen von Bienen und Sauriern, über das Bienenvolk, die Bestäubung und das Zeidlerrecht, die Imkerei und die verschiedenen Arten, weltweit Honig zu ernten. Großartig.

© Socha: Bienen, Gerstenberg 2016.

„Bienen“ von Piotr Socha (Gerstenberg, 80 S., ab 5 J.). Gedruckt in Polen (Perfekt). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.


biorama_logo Diese Rezension wurde auf biorama.eu veröffentlicht.

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