Kinderbücher, Was wir lesen
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Was wir lesen – Bildungs- und Erziehungswissenschaftler Christoph Wallenstein über die Lieblingsbücher seiner Familie

„Was wir lesen“ ist die Rubrik auf „Oh. Kiddo!“, in der Eltern die Lieblingsbücher ihrer Kinder vorstellen – aber auch die Kinderbücher, die sie selbst gerne lesen. Ob es dieselben Titel sind, die ihre Kleinen heute lieben, oder aber diejenigen aus den Bücherregalen ihrer Kindheit, werden sie uns erzählen. Diesmal erzählt uns der Bildungs- und Erziehungswissenschaftler Christoph Johann Wallenstein, was in seiner Familie gelesen wird.

© Christoph Johann Wallenstein

© Christoph Johann Wallenstein

Christoph Johann Wallenstein, geboren 1980, ist Bildungs- und Erziehungswissenschaftler, Sozialmanager, Psychodramatiker und seit Neuestem auch frisch gebackener Lehrer für inklusive Pädagogik.  Neben Wallensteins beruflicher Tätigkeit als Sonder- und Heilpädagoge in einem Therapiezentrum lebt er mit seiner Frau Beate und ihren beiden Kindern Fridolin (6) und Liselotte (3, bald 4) im Herzen des Sauwaldes, im Innviertel, in Oberösterreich – davor wohnte er in Wien und Berlin. Nicht nur die beiden Pole „Stadt“ und „Land“ beeinflussen seither sein Sein und Handeln: das Hin- und Herpendeln zwischen Ortschaften, Menschen und Meinungen, zwischen Vergangenheit und Zukunft, Erfahrungen und Erkenntnissen und nicht zuletzt zwischen Elternschaft und Partnerschaft verarbeitetet Wallenstein auch literarisch in seinen im Eigenverlag edition querfelder erschienenen Werken „quer“ (2014) und „innereien“ (2017).

Akkordeonspielend und spazierengehend entwickelt Christoph Johann Wallenstein laufend neue Ideen: So arbeitet er zur Zeit mit der Künstlerin und Illustratorin Len Musik (hier im Portrait in der Rubrik „Was wir lesen“) an einem philosophischen Bilder- und Erzählbuch für Kinder mit dem Titel „Gugelhupf im Salon, oder?“. Die Geschichte erzählt von den drei Nachbarskindern Maria, Ludwig und Kunigunde, die jeden Mittwoch Nachmittag die Wissenschaftlerin Frau Professor (sic!) Tiefenthal besuchen und ihr bei der Suche nach einem verschollenen Schlüsselbund behilflich sind – und dabei essen sie nicht nur Gugelhupf im Salon.

© Christoph Johann Wallenstein

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Welches ist das Lieblingskinderbuch von…
…Fridolin (6 Jahre alt)? „Tiefseedoktor Theodor“ von Leo Timmers ist die schier unglaubliche Geschichte von einem Unterwasserseebootfahrenden Doktor, der unter anderem einem Hai mit Zahnschmerzen und einem Wal mit Depressionen hilft. Als er schließlich selber in Seenot gerät, kann er wiederum auf die Unterstützung seiner PatientInnen zählen. Eine sehr klare und reduziert illustrierte Geschichte zum Thema Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

…Liselotte (3, bald 4 Jahre alt)? Der meiner Meinung nach Ausnahme-Illustrator Michael Roher lässt in Fridolin Franse frisiert“ den jungen Friseur Fridolin eine fantasiereiche Frisur kreieren. Liselotte entdeckt dabei in den Haaren der Kundin allerlei Dinge, die man so in Haaren nie vermuten würde, und freut sich, wenn beim Waschen der Haare plötzlich eine Prinzessin auf ihrer Schildkröte reitet.

© Christoph Johann Wallenstein

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…dir? Wenn ich an meine Kindheit denke, so sehe ich sofort unseren alten Plattenspieler im Wohnzimmer meiner Eltern, während ich am Boden liegend staunend und gebannt der Geschichte von „Peter und der Wolf“ und der grandiosen Vertonung lausche – ein Klassiker, den wir auch unseren Kindern immer wieder gerne vorlesen beziehungsweise vorspielen.

Welches Buch lieben Fridolin oder Liselotte, du aber nicht?
„Conni-Geschichten, die stark machen“ von Liane Schneider und Eva Wenzel-Bürger. Sie ist ja wirklich taff und wissbegierig, die kleine Conni. Aber für Eltern, die ohnehin die ganze Woche den Alltag schaukeln, sind die Geschichten von Conni zu nahe an diesem und zu weit weg von sprechenden und sich neckenden Eseln („Esel“ von Adelheid Dahimène und Heidi Stöllinger) oder von mutigen Katzen, die auch mal einen Fuchs vorm Hochwasser retten (Komm, sagte die Katze“ von Mira Lobe und Angelika Kaufmann). Auch Eltern tauchen gerne mal ab vom alltäglichen Daily Business – hinein in humorvolle, philosophische oder einfach nur schön anzuschauende Geschichten. Vielleicht sollte ich ja mal „Geschichten von Ronny“, dem Pendant von Conni, schreiben, dessen Alltag alles andere als alltäglich ist – wäre ein schönes nächstes Projekt, fällt mir grad ein.

Welches Kinderbuch kennst du in- und auswendig?
Die Geschichte vom angepassten Herrn Tiger, der eines Tages so wild und unangepasst wird, dass er in die Wildnis geschickt wurde, faszinierte uns alle von Anfang an und immer wieder und wieder. „Herr Tiger wird wild“ von Peter Brown ist ein Plädoyer fürs auch mal „wild sein dürfen“ – und das tut ab und zu richtig gut.

© Christoph Johann Wallenstein

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Welche Kindersachbücher nimmt Fridolin oder Liselotte am liebsten zur Hand?
Ein Geschenk von der Taufpatin lässt vor allem Fridolin nicht mehr aus der Hand: „Das große Ravensburger Tierlexikon von A bis Z“, von Aal bis Zwergzebu. Er verkriecht sich dabei regelrecht ins das Lexikon und berichtet uns anschließend davon, dass der Puma unglaubliche 80 km/h sprinten kann und im Alter von 2 Jahren geschlechtsreif ist. Nun ja, auch das ist gut zu wissen.

Welches Buch kommt in die Tasche, wenn ein Termin beim Kinderarzt ansteht?
Seit Kurzem sind wir, wenn wir mobil sind, vor allem Hörbuch-LiebhaberInnen geworden. Hörbücher mit Kopfhörer und Doppelstecker – sehr zu empfehlen auch bei langen Autofahrten, oder wenn es schon einen eigenen Koffer zum Transport der mitzunehmenden Bücher bräuchte. Hörbücher sind auch geeignet, um auf diversen iPods & Co geladen werden zu können und der Nachwuchs sozusagen auditiv in eine andere Welt eintauchen kann. Sehr zu empfehlen:Am Samstag kam das Sams zurück“ von Paul Maar oder „Superwurm & Räuber Ratte“ von Julia Donaldson und Axel Scheffler.

© Christoph Johann Wallenstein

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Welches Kinderbuch habt ihr zuletzt verschenkt?
Zwei Elefanten, die sich recht gut kannten“ein Klassiker wieder von Mira Lobe und Angelika Kaufmann, wunderbar „gscheide“ Reime, die Wortspiele erlauben und noch vor dem Zauberlehrling oder Erlkönig bald auswendig gekonnt werden. Und im Sinne der Sprachentwicklung: ein MUSS.

Vielen Dank für die Antworten und die Fotos, lieber Christoph!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Kinderbücher, Was wir lesen

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Ich bin Mama & Primarstufenpädagogin, Germanistin & Skandinavistin und schreibe am liebsten über Bücher und andere brauchbare Dinge für Kinder. Ich lebe mit meinem Mann und meinen drei kleinen Kindern in Wien.

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