Bilderbücher, Kinderbücher
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Kinderbuch-Tipps fürs Osternest #1 – Bilderbücher für die Allerkleinsten

Einige Vorboten des Frühlings finden sich bereits in der Natur, und in den Supermärkten tummeln sich Schokoladeosterhasen in allen Größen, bunt gefärbte Ostereier werden ebenfalls schon angeboten. Hier kommt der erste Teil mit frühlingshaften Kinderbuch-Tipps, die auch für Ostern geeignet sind – diesmal mit Bilderbüchern für die Allerkleinsten. Weil gute Bücher doch immer die wertvolleren Geschenke sind.

1 // Da hoppeln sie also plötzlich überall in Büchern herum, die Hasen. Die Hans-Christian-Andersen-Preisträgerin Rotraut Susanne Berner, bekannt geworden durch ihre Wimmelbücher, zeichnet die wohl ausdrucksstärksten Häschen überhaupt – ganz und gar menschenähnlich kommen sie in der großen Welt von Karlchen, in der schon viele verschiedene Titel erschienen sind, rüber. Sie tragen Menschenkleidung, leben in eingerichteten Häusern, fahren mit dem Rad zum Supermarkt und putzen sich abends vor dem Schlafengehen die Zähne. Dieser empfehlenswerte Sammelband enthält die drei Bildergeschichten „Guten Morgen, Karlchen“, „Karlchen geht einkaufen“ und „Gute Nacht, Karlchen“.

© Berner: Hallo, Karlchen!, Hanser 2017.

„Hallo, Karlchen!“ von Rotraut Susanne Berner (Hanser, 80 S., ab 2 Jahren). Gedruckt in der Slowakei (TBB, a.s., Banská Bystrica) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label).

2 // Oskar Osterhase macht das, was alle Hasen in der Osterzeit zu tun haben: Eieranmalen und Eierverstecken. Er macht es gerne, aber trotzdem stimmt es ihn traurig, dass er selbst nie Eier suchen darf. Glücklicherweise erkennt seine Freundin, die Henne Berta, warum Oskar trübsinnig ist, und versteckt ihm ein bemaltes Ei im Karottenbeet. Ein angenehm unkitschiges Pappbilderbuch mit leicht verständlicher, wirklich nett geschriebener Geschichte.

© Koch: Ein Ei für Oskar Osterhase, Oetinger 2018.

„Ein Ei für Oskar Osterhase“ von Miriam Koch (Oetinger, 16 S., ab 2 Jahren). Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

3 // In der gereimten Geschichte von Ágnes Nemes Nagy lesen wir, wie eine Hasenmama und ihr Kind zu Ostern eine Kahnfahrt zum Hühnerstall machen: „Gut, mein Kind, so lass uns gehen, zeigen wir, dass wir’s verstehen. Das Schiffchen gleitet durch die Flut, die Ohren sind als Segel gut. Hallihallo überall! Wir fahren stracks zum Hühnerstall.“ Auf ihrer Reise zu den Ostereiern, die sie anschließend bemalen und verstecken werden, treffen sie auf Terka Weide mit ihren Weidenkätzchen, auf die Henne und das Küken und auf Lämmchen Linus. Das ist retro und ziemlich lieb! Der 1988 verstorbene ungarische Illustrator Károly Reich gestaltete beinahe 500 Bücher, seine Kinderbücher sind in Ungarn bis heute bekannt und beliebt.

© Nagy/Reich: Hasenmamas Osterfest, leiv 2013.

„Hasenmamas Osterfest“ von Ágnes Nemes Nagy und Károly Reich (leiv, 12 S., ab 4 Jahren). Gedruckt in Deutschland (Sachsendruck Plauen GmbH). Keine Angabe zur Herkunft des Papiers.

4 // In drei kleinen Bildgeschichten zeigt Marianne Dubuc ihr ganzes Können. Liebevoll erzählt die großartige Illustratorin von Lucie, die den besten Platz für ein Picknick sucht. Auf dem perfekten Ast treffen schließlich ihre Freunde Maus Marcel, Hase Leon und Schildkröte Doris ein. In Schnecke Adrian, die sie fast für eine Haselnuss gehalten und gegessen hätten, finden sie einen neuen Freund. In der zweiten Kurzgeschichte gehen die Freunde zu fünft auf Schatzsuche – wie sich herausstellt, soll Leon seinen Geburtstagsschatz suchen. Und in der dritten Story wird es fast österlich: Adrian hat drei Eier gefunden, aus denen plötzlich Küken schlüpfen. Sie brauchen jemanden, der für sie sorgt. Zuerst folgen die Vögelchen der Schnecke überall hin, bis sie es sich im warmen Fell des Bären Anton gemütlich machen dürfen. Vermutlich eines der besten Kinderbücher des Frühlings.

© Dubuc: Lucie und die vier, Beltz & Gelberg 2018.

Lucie und die vier“ von Marianne Dubuc (Beltz & Gelberg, 64 S., ab 2 Jahren). Gedruckt in Deutschland (Beltz, Bad Langensalza) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label).

5 // Die Verwandlung, die in einem Vogelei vor sich geht, ist tatsächlich ein Wunder. Für die Allerkleinsten wird in einem stabilen Pop-up-Pappbilderbuch erklärt, wie die Meise ihr Ei ausbrütet und schließlich ein kleines Vögelchen schlüpft. „Knack, knack, knack“. Beim Ziehen des Schiebers entsteht ein Geräusch, und das Zerbrechen der Eierschale kann gut nachvollzogen werden. Kurze Reime erklären das Geschehen: „Der Deckel hebt sich und sofort erkennt man etwas Gelbes dort mit Federn, die ganz kuschlig sind. Es ist ein kleines Meisenkind.“ Ein innovatives, wertvolles Buch mit naturnahen Illustrationen.

© Német/Schmidt: Das Eiwunder, FISCHER Sauerländer 2018.

„Das Eiwunder“ von Andreas Német und Hans-Christian Schmidt (FISCHER Sauerländer, 12 S., ab 3 Jahren). Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

6 // Neben bunt gefärbten Ostereiern, Schokoladeeiern und Löffeleiern könnte doch auch dieses Buch in Eiform Platz im Osternest finden. „Das kleine Wimmel-Ei“ lädt auf eine Reise durch die Hasenwelt ein. Hier herrscht geschäftiges Treiben: Eier werden aus dem Hühnerstall geholt, gekocht und bemalt, Schokohasen werden produziert und ausgeliefert, die Hasen veranstalten Wettkämpfe und bereiten alles für das Osterfest vor. Für stundenlanges Suchen und Entdecken!

© Korthues: Das kleine Wimmel-Ei, Esslinger 2017.

„Das kleine Wimmel-Ei“ von Barbara Korthues (Esslinger, 16 S., ab 2 Jahren). Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.

7 // Die kleinen, relativ strapazierfähigen Gucklochbücher aus Pappe sind schon für Kinder unter einem Jahr geeignet. Die Suche nach dem kleinen Häschen wird aufgrund der zauberhaften Illustrationen in angenehmen, nicht zu knalligen Farben und der Fingerspuren zum Nachfahren zu einem visuellen und zugleich haptischen Erlebnis. Die zahlreichen Gucklöcher zum Durchschauen lassen die Kleinen darüber nachdenken, ob schon auf der nächsten Seite das gesuchte Häschen sitzt. Doch auf die Bilderbuchbetrachter wartet so manche Überraschung!

© Taplin/Dove: Mein kleines Gucklochbuch. Bist du das, kleines Häschen?, Usborne 2018.

„Mein kleines Gucklochbuch. Bist du das, kleines Häschen?“ von Sam Taplin und Emily Dove (Usborne, 12 S., ab 6 Monaten). Gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label). Keine Angabe zum Herstellungsort.


biorama_logo Diese Rezension wurde auf biorama.eu veröffentlicht.

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