Bilderbücher, Kinderbücher
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Bilderbuch-Tipp – „Smon Smon“ (Sonja Danowski)

„Smon Smon“ ist eines dieser Bücher, das man unweigerlich mit allen Sinnen erlebt. Man bekommt das großformatige Bilderbuch in die Hände und weiß sogleich, dass hier etwas ganz besonders Kostbares entstanden ist.

Die Autorin und Illustratorin dieses fantastischen Bilderbuchs heißt Sonja Danowski. Gewählt hat sie erdige, kräftige Farben, um mit Pinsel, Buntstift und Aquarellfarben süße Gesichter zu zeichnen und Formen bewusst in Szene zu setzen. Ein wenig erinnert dieses liebliche Wesen namens Smon Smon an die kleinste Figur einer Matroschka, vielleicht auch an eine Steh-auf-Figur. Jedenfalls lebt Smon Smon auf dem geheimnisvollen Planeten Gon Gon. Dort gibt es viel Schönes, aber es lauern auch Gefahren, etwa tiefe, dunkle Zon Zons. Doch wenn notwendig, kann sich das Smon Smon auf seine Freunde verlassen. Sogar das Glück wird es schließlich finden.

© Danowski: Smon Smon, Nord Süd 2018.

Am Beginn der Handlung finden wir uns an einem verträumten Morgen wieder, an dem „das Smon Smon sein letztes Ron Ron neben sein Won Won an ein Lon Lon“ hängt und „in einem Ton Ton“ davonschwimmt. Das Ron Ron ist etwas Rundes, das Lon Lon eine Art Liane, das Won Won vielleicht Smon Smons Behausung? Das Ton Ton ist wohl ein schüsselartiges Gefäß. Smon Smon macht sich auf die Suche nach neuen Ron Rons, und nachdem es welche gefunden und eingepackt hat, stürzt es in ein Zon Zon. Gerettet wird es von Klon Klons, und abends schläft es erschöpft auf einem hohen Pon Pon ein. Dieses jedoch wächst über Nacht furchtbar schnell, und Smon Smon kommt nicht mehr ohne Unterstützung herunter, doch glücklicherweise kommt ein Flon Flon vorbeigeflogen. Zu Hause im Won Won wartet am Ende der Reise ein anderes Smon Smon, und die beiden machen es sich gemeinsam gemütlich.

© Danowski: Smon Smon, Nord Süd 2018.

Etwas eigenartig und obendrein höchst zauberhaft kommt Danowskis Geschichte daher, und sie ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass es ungemein aufregend sein kann, an unbekannte Orte zu reisen, an denen Ungewisses wartet. Die detailgenauen Zeichnungen lassen uns in diese unbekannte Welt eintauchen, in der wir uns alle – Groß und Klein – gerne fasziniert umschauen. Danowskis Sprachspielereien erfordern gewiss einiges an Vorstellungsvermögen, doch die Autorin weiß nur zu gut, dass Kinder selbst gerne mit Sprache experimentieren und Fantasienamen lieben. Gut ausgewählte Adjektive beschreiben die Begriffe zudem näher, und der Betrachter findet sich in den Bildern schließlich sehr gut zurecht.

© Danowski: Smon Smon, Nord Süd 2018.

Sonja Danowski lebt als Illustratorin und Bilderbuchkünstlerin in Berlin. Ihre Arbeiten wurden mehrfach international ausgezeichnet, unter anderem 2013 und 2015 mit dem Golden Island Award des Nami Island International Picture Book Illustration Concours. Zudem gewann Sonja Danowski 2017 mit ihrem zuletzt erschienenen Bilderbuch „Kleine Nachtkatze“ den Troisdorfer Bilderbuchpreis der unabhängigen Kinderjury. Das Bilderbuch „Smon Smon“ steht aktuell im Februar 2018 zurecht auf der Liste der Besten 7. Jedes Monat wählen 29 Juroren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die sieben besten Bücher für junge Leser. Die Sendung vom 3. Februar 2018 gibt es auf der Website des Deutschlandfunks zum Nachhören.

„Smon Smon“ von Sonja Danowski (Nord Süd), 48 S., ab 4 Jahren. Gedruckt in Lettland (Livonia Print) auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix Label).


biorama_logo Diese Rezension wurde auf biorama.eu veröffentlicht.

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