Kreativ sein
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Kinderkunst-Workshop #1 – Wasserfarben-Miniaturen

In einem sehr empfehlenswerten Buch hat Barbara Rucci im Sinne einer „Prozesskunst“ 27 kreative Mal- und Bastelworkshops für kleine Künstler zusammengestellt. Und die haben es in sich! Wir beginnen bei Workshop #1 und zeigen, wie simpel es ist, Kinder beim Erkunden ihrer Kreativität zu unterstützen.

© Rucci: Kunterbunte Kinderkunst, EMF 2017.

Eine gute Nachricht vorweg: Wir müssen Kindern nicht beibringen, kreativ zu sein. Kreativität schlummert in jedem Menschen. Trotzdem ist es ein schwieriges Unterfangen, Kindern kreative Anreize zu bieten. Zuerst fehlen die notwendigen Materialien, dann ist zumeist wenig Zeit, obendrein möchte man Farbflecken auf der Kleidung vermeiden, und schließlich weiß man gar nicht so recht, wo man beginnen soll.

„Jeder fängt bei der Gestaltung seines Lebens bei null an. Jeder arbeitet mit dem, was ihm gegeben wird. Jeder experimentiert, drückt sich aus, löst Probleme. Jeder macht Fehler und versucht es am nächsten Tag von Neuem. Jeder erkundet neue Ideen; jeder macht das Beste aus dem, was er hat. Jeder einzelne Tag ist eine neue Schöpfung, immer anders als der Tag davor. Jeder Mensch ist originell. Jeder Mensch ist ein Künstler“, schreibt die Grafikdesignerin und Kunstlehrerin Barbara Rucci in der Einleitung ihres in der Edition Michael Fischer erschienenen, sehr inspirierenden Buches „Kunterbunte Kinderkunst“. Und wenn man beginnt, kleine Kinder experimentieren zu lassen, weiß man bald, dass sie Recht hat. Barbara Rucci lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und Hund in Connecticut und bloggt auf Art Bar.

© Rucci: Kunterbunte Kinderkunst, EMF 2017.

Zuerst ist es natürlich notwendig, inspirierende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört eine Grundausstattung mit verschiedenen Papiersorten (Drucker-, Aquarell-, Sulfit- und Buntpapier), diversen Farben (Tempera- und Wasserfarben) und Pinsel, Zeichenmaterialien (Marker, Bunststifte, Wachsmalkreiden), Werkzeugen (Bastel- und Glitzerkleber, Washi-Tape, Schere, Tacker), Abdeckpapier und Malerkrepp. Rucci beschreibt einleitend auch das Einrichten eines Kunstplatzes und hat einige Ideen für jene parat, die keinen Raum zur Verfügung haben, der als Kunstatelier dienen kann. Ich bin der Meinung, dass ein eigener Kunstplatz für den Anfang nicht unbedingt notwendig ist, Kinder müssen noch nicht ständig alle Materialien zur Verfügung haben. Ich habe die meisten Materialien für die 27 Workshops besorgt und bewahre sie in einem versperrbaren Schrank auf. Anders ist es bei uns gar nicht möglich, da zwei meiner drei Kinder noch zu klein sind, um sie stets daran zu erinnern, Scheren, Glitzerkleber oder Figurenstanzer nur unter Beaufsichtigung zu verwenden. Bei Bedarf räume ich die benötigten Materialien hervor und decke unseren Esstisch mit einem Wachstischtuch ab.

© Rucci: Kunterbunte Kinderkunst, EMF 2017.

Wir beginnen mit ersten Erkundungen. Es geht darum, zum ersten Mal oder von Neuem die vielen verschiedenen Arten, wie Farbe ihre Fantasie anregen kann, zu entdecken.

© Irene Maria Gruber

Der Workshop #1 – Wasserfarben Miniaturen ist sowohl für meinen fast 4jähriger Sohn als auch für die beiden 2jährigen perfekt geeignet. Ich bereite Aquarellpapier vor, das ich ringsherum mit Malerkrepp auf das Wachstischtuch klebe, sodass ein gleichmäßig breiter Rahmen entsteht. Außerdem werden normale Wasserfarben, Pinsel, Wasser und ein wenig Küchenpapier benötigt. Und dann lasse ich die Kinder einfach machen.

© Irene Maria Gruber

Es gibt keine Anleitung, ich halte mich bewusst im Hintergrund. Ich motiviere die Kinder lediglich dazu, das gesamte Papier auszufüllen.

© Irene Maria Gruber

Wenn sie meinen, fertig zu sein, lassen wir das Bild trocknen. Dann ziehen wir das Klebeband vorsichtig ab. Der Rahmen verleiht tatsächlich jedem Werk zusätzliche Bedeutung. Die Kinder sind begeistert. Wir müssen die Bilder sofort an die Fensterscheibe hängen, an den prominentesten Platz unseres Wohnzimmers. Ich zögere zuerst, aber sie haben so recht! Die Kunstwerke wollen selbstverständlich präsentiert werden.

© Irene Maria Gruber

Der erste Kunstworkshop hat einiges ausgelöst: Die Kinder wollen von nun an täglich basteln und malen. Oftmals genügen ihnen nur Papier und ein paar Stifte. Ich werde demnächst von unserem Workshop #2 – wiederum inspieriert von Barbara Rucci – berichten und bin gespannt, ob dieser Enthusiasmus anhält!

Hier geht es zu …
Kinderkunst-Workshop #2 – Muffinblech-Drucke

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Ich bin Mama & Primarstufenpädagogin, Germanistin & Skandinavistin und schreibe am liebsten über Bücher und andere brauchbare Dinge für Kinder. Ich lebe mit meinem Mann und meinen drei kleinen Kindern in Wien.

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