Bilderbücher, Kinderbücher
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Schwimmende Ungetüme – große Unbekannte

Rezensionsbeleg Biorama No. 43

Verkehrsmittel begeistern in Kinderbüchern seit jeher. Schiffe sind die ganz großen Vehikel der Kinderliteratur.

Kinder-Sachbücher über Fahrzeuge werden in Buchläden zu den höchsten Stapeln aufgetürmt. Von bunten Covers brummen Einsatzfahrzeuge, Müllabfuhren und Traktoren. Mit Eisenbahnen und Flugzeugen sind auch Massentransportmittel präsent, wohingegen Schiffe und Fahrräder eher auf Innenseiten Platz finden. Spielen die Geräusche, die motorisierte Fahrzeuge hervorbringen, eine Rolle für diese Ordnung? Titel wie Hör mal: Die Fahrzeuge (Christian Zimmer, Carlsen, ab 2 J.) lassen es vermuten. Hier erwecken echte Aufnahmen Polizeiauto, Zug und Helikopter zum Leben. Das ist laut! Musik in den Ohren ist hingegen das Fahrradklingeln, und Schiffshörner steuern ungewohnte Klänge für jene bei, die nicht in der Nähe eines Hafens leben.

Von ewigem Eis bis zum Heimweh

Schiffe tauchen freilich in vielen erzählenden Kinderbüchern auf. Als herkömmliche Reisemittel werden sie in Ginpuin (Barbara v. d. Speulhof u. Henrike Wilson, Coppenrath, ab 4 J.) genützt. Ein Pinguin mit Sprachfehler flüchtet vor den Artgenossen. Immerzu verdreht er Wörter, und so stößt er, als er hungrig ist, statt auf einen Fisch auf ein Schiff. Das bringt ihn weit weg. Und schließlich, wegen Heimweh, wieder nach Hause. Pin Kaiser und Fip Husar (Dieter Wiesmüller, Tulipan, ab 3 J.), Pinguin und Affe, sind zuerst als Touristen, später auf der Suche nach einem gemeinsamen Wohnort mit dem Dampfer im ewigen Eis, am Äquator und in New York unterwegs.
Leuchtturmwärter Hansen (Fiete – Das versunkene Schiff, Ahoiii, Boje, ab 3 J.) zeigt, dass Schiffe wichtige Weggefährten sein können. Lediglich eine Holzplanke ist ihm nach dem Schiffbruch seiner Botilda geblieben. Freunde wollen ihn aufmuntern und das Wrack heben.

Durch die Jahre wird in zwei poetischen Büchern geschippert: Wie die Zeit vergeht (José Sanabria, NordSüd, ab 6 J.) dokumentiert, wie ein prachtvolles Schiff von seinen Besitzern vernachlässigt wird und schließlich als Wrack im Hafen liegt. Als die Familie verarmt und vertrieben wird, wird sie vom sanierten Koloss in Sicherheit gebracht. Der Fluss (Michael Roher, Jungbrunnen, ab 4 J.) wird als Kind schwimmend und per Papierboot bereist, im Laufe des Lebens kommt man mit dem Schiff aber schneller voran, fährt durch ungewöhnliche Landschaften und trifft auf Piraten, Meerjungfrauen und Ungeheuer.

Diese Rezension wurde in Biorama #43 (Juni/Juli 2016) abgedruckt.

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