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Bücher für Sommertage #4

© Laura Fuchs, aus: Gaspard Amundsen, Thienemann 2016

© Laura Fuchs, aus: Gaspard Amundsen, Thienemann 2016

Die Sommerferien sind noch lange nicht vorbei. Jetzt kann man noch durch Europa touren und in anderen Sprachen „Hallo!“ sagen lernen, mit einem Krokodil bis zum Eismeer fahren, zum Müßiggänger werden und mit nackten Füßen in der Wiese stehen, wilde Gärten erkunden oder Interessantes über den Schnupfenvirus und Bienen erfahren. Zumindest kann das alles mit diesen wundervollen neuen Kinderbüchern gelingen.

© Ravensburger Verlag

© Ravensburger Verlag

Ein liebenswerter Bär tourt durch Europa, um seine Freunde in deren Landessprachen zu begrüßen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und das jeweils traditionelle Essen zu genießen. Meinem zweijährigen Sohn gefällt dieses Pappbilderbuch unglaublich gut und er redet ständig von Tschofanni und Klääär, sagt Ciao und Bonjour. Dieses Buch lebt freilich von vielen Klischees: In Frankreich isst man Croissant und Baguette, in Italien Pizza und Eis, in Spanien tanzt man die ganze Nacht Flamenco, während es in England aus grauen Wolken regnet. In der Türkei sitzt man hingegen auf bunten Kissen, während man Baklava und Tee zu sich nimmt. Scheinbar kann man den Kleinsten die Welt ganz einfach erklären. Aber Klischees sind natürlich dazu da, um überwunden zu werden: Wir machen den Kindern klar, dass in diesen Ländern auch noch andere Menschen wohnen, die andere Sprachen sprechen und gerne auch andere Speisen essen. Okay?

© Ravensburger Verlag

© Ravensburger Verlag

„Ich sag Hallo! Was sagst du?“ von Johanna Fritz und Bernd Penners ist im Ravensburger Verlag erschienen. 16 Seiten. Für Kinder ab 2 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label)
Gedruckt:

in der EU

 

© Hanser Literaturverlage

© Hanser Literaturverlage

Die bekannte deutsche Illustratorin und Autorin Sybille Hein hat ein kleines witziges Märchen über den liebevollen Müßiggänger Prinz Willibald geschrieben. Und diese Geschichte passt ideal in die Ferienzeit: Willibald liebt es, mit nackten Füßen in der Wiese zu stehen, ein Nickerchen unterm Nussbaum zu machen, einen Brombeerstrauch leer zu essen oder einen Flitzebogen zu schnitzen. Er ist dann eben einfach weniger schnell als seine drei Brüder. Auch wenn es darum geht, Prinzessin Fritza aus den Fängen eines Drachen zu retten, ist er der Letzte – aber gerade in dieser Sache ist Willibalds Bummelei von Vorteil. Als er beim Drachen ankommt, ist dieser von den vielen Angriffen schon so erledigt, dass ihn der Prinz nur noch umzupusten braucht. Und dann hat er auch noch die besten Geschenke für die Prinzessin mitgebracht. Brombeeren zum Beispiel. Trödeln kann also auch einmal richtig gut sein – das lehrt uns dieses wunderbare Buch, in dem Bild und Text meisterlich harmonieren.

© Hanser Literaturverlage

© Hanser Literaturverlage

„Prinz Bummelletzter“ von Sybille Hein ist bei Hanser Literaturverlage erschienen. 32 Seiten. Für Kinder ab 3 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label)
Druck und Bindung:

TBB, a.s., Banská Bystrica (Slowakei)

 

© Laura Fuchs, aus: Gaspard Amundsen, Thienemann 2016

© Laura Fuchs, aus: Gaspard Amundsen, Thienemann 2016

Bereits seit 107 Jahren lebt das Krokodil Gaspard Amundsen (einiges weist auf den norwegischen Seemann und Polarforscher Roald Amundsen hin) glücklich in seiner Wohnung in der Großstadt. Bücher, Ruhe, Brennnesseltee – viel mehr braucht es nicht, um zufrieden mit seinem Leben zu sein. Eines Tages schmeckt der Tee aber bitter. Mit fünf vollen Koffern bricht Gaspard auf, um die Welt jenseits der Stadt zu erkunden. Noch bei der Abreise klaut ihm eine Waschbären-Bande das Gepäck, so bleibt ihm nur das Allernötigste in seinem Rucksack. Im Zug bringt ein halb blinder Maulwurf das Krokodil auf die Idee, mit ihm ins Flugzeug zu steigen, um Pirouetten in der Luft zu drehen. Das Flugzeug stürzt ab, Gaspard landet unverletzt auf einem Strand. Ein Wal lockt ihn daraufhin ins Meer, später bringt ihn ein Albatros hoch oben im Norden wieder an Land, und dann liegt Gaspard mit Bär und Wolf im Schnee, um in den weiten Himmel zu blicken. Und dann ist es Zeit, sich wieder auf den Heimweg zu machen. Mit einer wichtigen Erkenntnis im Gepäck: Man kann nur etwas über die Welt erfahren, wenn man sich in sie hinauswagt.

„Die fabelhafte Reise des Gaspard Amundsen“ von Martin Gülich und Laura Fuchs ist im Thienemann Verlag erschienen. 32 Seiten. Für Kinder ab 4 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label)
Druck und Bindung:

Livonia Print, Riga (Lettland)

 

© Gerstenberg Verlag

© Gerstenberg Verlag

Es gibt wohl einige empfehlenswerte Kindersachbücher über Bienen, aber dass bis dato ein derart umfassendes, kluges und gleichzeitig schön anzuschauendes Werk wie jenes des polnischen Illustrators Piotr Socha erschienen ist, wage ich zu bezweifeln. Sochas Vater war Imker, daher rührt vermutlich diese enorme Dichte an Detailwissen, das hier mit einer ordentlichen Portion Witz präsentiert wird. Und über Bienen sollten wir alle ein wenig mehr wissen, haben sie doch beträchtliche ökologische Bedeutung. Schwer zu sagen, was man in diesem Buch nicht erfährt. Auf den 36 Tafeln (die auf den ersten Blick antiquiert wirken, auf den zweiten atemberaubend modern) lernt man von den Zusammenhängen von Bienen und Sauriern, über das Bienenvolk, die Bestäubung und das Zeidlerrecht, die Imkerei und die verschiedenen Arten, weltweit Honig zu ernten. Großartig.

© Gerstenberg Verlag

© Gerstenberg Verlag

„Bienen“ von Piotr Socha ist im Gerstenberg Verlag erschienen. 80 Seiten. Für Kinder ab 5 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: keine Angabe
Druck:

Perfekt (Polen)

 

© Tyrolia Verlag

© Tyrolia Verlag

Es ist natürlich nie angenehm, einen Schnupfenvirus bei sich zu Besuch zu haben – aber noch unbeliebter ist er, wenn er in den Sommerferien kommt. Heidi Trpak und Leonora Leitl haben sich in ihrem zugleich fantastischen und amüsanten Buch (das übrigens auf der Shortlist zum Österreichischen Wissenschaftsbuch des Jahres 2016 zu finden war) vorgenommen, dem Leben eines Schnupfenvirus auf den Grund zu gehen. Genauer gesagt begleiten sie einen Rhinovirus namens Willi Virus, der sich selbst vorstellt und erzählt. Außergewöhnliche Illustrationen bestehen hier neben Sachwissen. Der sympathische Willi hat auch wertvolle Tipps parat, etwa, wie man ihm schnellstmöglich begegnen kann: „In die Hand niesen und dann gleich die Hand eines anderen schütteln. Mit der Hand den Rotz abwischen, dann den Türgriff anfassen und den nächsten bitten, die Tür zuzumachen. Den Lichtschalter drücken und gleich danach in der Nase bohren. So schlüpfe ich ganz rasch in euch hinein.“ Hatschi! Gerne kaufen, das Buch ist große Klasse und lehrreich obendrein.

© Tyrolia Verlag

© Tyrolia Verlag

„Willi Virus“ von Heidi Trpak und Leonora Leitl ist im Tyrolia Verlag erschienen. 26 Seiten. Für Kinder ab 5 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: gedruckt auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen (FSC-Mix-Label)
Druck und Bindung:

Druckerei Theiss, St. Stefan (Österreich)

 

© Tulipan Verlag

© Tulipan Verlag

Jeder kennt das aus der Grundschulzeit: Irgendwann dauern die Ferien dann schon ewig. Und bei Mathis ist es so, dass er auch noch eine sehr kleine Schwester hat, die seinen Tag bestimmt. Das bedeutet: Die Ferien werden zu Hause verbracht, da Mama keine Zeit für Aktivitäten hat, und man darf möglichst keinen Mucks von sich geben, wenn das Baby schläft. Und das ist fast immer. Doch plötzlich lernt Mathis die etwa gleichaltrige Majella kennen, die im Nachbargarten lebt. Sie genießt viele Freiheiten und führt ein völlig anderes Leben als Mathis. Nachdem sich die beiden Kinder angefreundet haben, klettern sie über Mauern und durchstreifen fremde Gärten, bis sie in der Wildnis stehen. Dort entdecken sie ein verlassenes Haus, das bald zu einem Rückzugsort wird, und vor allem Majella möchte dem Haus eine heimelige Atmosphäre geben. Es ist viel zu tun, und auf einen Schlag ist Mathis traurig, dass die Schule bald wieder beginnen wird … Ein lesenswerter kleiner Roman für erlebnishungrige Erstleser!

„Nebenan die Wildnis“ von Petra Postert und Susanne Strasser ist im Tulipan Verlag erschienen. 88 Seiten. Für Kinder ab 7 Jahren.

Blickpunkt Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Papier: keine Angabe
Druck und Bindung:

Druckerei Neografia, Martin (Slowakei)

 


 

biorama_logo Diese Rezension wurde auf biorama.eu veröffentlicht.

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